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| 20:34 Uhr

Alleh hopp
Närrische Neuigkeiten aus dem Königreich Kaltnaggisch

Fröhlich und sportlich mit von der Partie war auch die Minigarde des Kaltnaggischer Gardisten-Corps.
Fröhlich und sportlich mit von der Partie war auch die Minigarde des Kaltnaggischer Gardisten-Corps. FOTO: Thomas Seeber
Dudweiler. Von Petra Pabst

Hoher Besuch hatte sich bei den Kostümsitzungen des Kaltnaggischer Gardisten-Corps (KGC) am Wochenende angekündigt. Nicht nur das Dudweiler Kinderprinzenpaar, das in diesem Jahr vom KGC gestellt wird, war vor Ort, nein, auch der König von Kaltnaggisch selbst war zu Gast und sprach zu seinen närrischen Untertanen. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte hatte der KGC zwei Sitzungen statt einer durchgeführt. Dass dieser Plan voll aufging, zeigten die Verkaufszahlen der Eintrittskarten. Bereits vier Wochen vor den Veranstaltungen waren beide Sitzungen restlos ausverkauft.

Das freute den Major de Pläsier, Werner Jungfleisch, der im 44. Bühnenjubiläum mit seiner Begrüßungsansprache die Gäste in „seinem“ Wohnzimmer, der TuS-Halle, willkommen hieß und sie auf die sechsstündige Lachparade einstimmte. Seine Stimme war am Samstagabend schon ein wenig angeschlagen, war es doch bereits am Freitag sehr spät – oder sollte man eher meinen – ganz schön früh geworden. Das tat der Stimmung am Samstag jedoch nicht den geringsten Abbruch. Rund 100 Akteure begeisterten die Narren in der toll geschmückten Halle. Blau-weiß-rote gespannte Stoffbänder bildeten einen gigantischen Baldachin, und als Bühnenbild prangte ein riesiges Bild von Schloss Neuschwanstein, das auf das „Königreich Kaltnaggisch“ hinweisen sollte.

Zum Einmarsch der Königlichen Tollität, Prinz Mario I., wurde ein langer rot-weiß-blauer Samt-Teppich ausgerollt. Der Prinz schritt heran, befreite seine Lieblichkeit, Prinzessin Angelina I., mit einem Schwert aus dem mit Rosen bewachsenen Thron und legte mit ihr einen flotten Tanz aufs Parkett. Nach diesem tollen Auftakt folgte ein Höhepunkt dem nächsten. Zuckersüß die Minis, ob in der Garde, bei den Majorettes oder als Mariechen. Die Kleinsten sind manchmal die Größten. Gerade mal drei Jahre alt sind die Jüngsten auf der KGC-Bühne, und Werner Jungfleisch musste sich tief knien, um mit ihnen auf Augenhöhe zu sein. „Ein großes Lob an unsere Trainerinnen für die tolle Jugendarbeit. Ich bin stolz darauf, dass in unserem Verein so viele Kinder und Jugendliche aktiv sind.“

Besonders stolz ist er auf seine Majoretten-Gruppe, mit 30 Mitgliedern die mittlerweile größte des Saarlandes. Beifallsstürme und „Zugabe“-Rufe waren bei ihren flotten Auftritten angesagt, vor allem nach dem Lichtertanz im Dunkeln. Zusätzlich zu den zahlreichen eigenen Programmpunkten hatte sich der KGC Redner eingeladen. So lamentierte „De Läädisch“ immer noch über sein schlimmes Eheleben mit dem „Lawienschen“. „Letztens wollte sie abends mit mir schmusen. Aber ich konnte doch nicht, mein Arzt hatte gesagt:  nach 18 Uhr nichts Fettes mehr“. Und dem „Wuschd von Spiese“ ging es in seinem 22. Bühnenjahr nicht viel besser. „Ich muss so schielen, dass mir die Tränen den Buckel runter rollen“. Er rief die Narren auf die Stühle mit seinem Lied „Traritrarattata“. Als „König von Kaltnaggisch“ wurde Willi Thielen auf einer Sänfte in den Saal getragen. Mit einer Lauchstange als Zepter und Gummistiefeln präsentierte er sich als Monarch eines uralten Adelsgeschlechts und berichtete aus seinem königlichen Dasein: „Auch majestätisches Schreiten und huldvolles Winken will gelernt sein.“

In Kaltnaggisch darf natürlich die Kultur-Schreckschraube Elfriede Grimmelwiedisch nicht fehlen. Mit ihren scharfzüngigen Sprüchen sorgte sie dafür, dass kein Auge trocken blieb. Der Bauchredner „Mr. Hart“ hatte einen Vogel. Und der legte mitten in seiner Vorstellung ein Ei. Aber auch seine übellaunige Puppe „Walter“ oder die kautzige „Madame Brigitte“ sorgten für Lachsalven im Publikum.

Zackige Gardetänze, Showtänze und begeisternde Choreografien zeigten die Tanzgruppen und Mariechen. Den Saal zum Kochen brachte schließlich die saarländische Stimmungsband „Die Konsorten“. Für sie hatte Werner Jungfleisch eine besondere Überraschung parat. Zu ihrem 11. Bühnenjubiläum überreichte er ihnen einen eigens angefertigten Sonderorden mit einem Bild der Band und einen Pokal mit Urkunde als „Beste Karnevalsband des Saarlandes“. Zum Dank fetzten sie mit ihren Stimmungshits noch bis in die frühen Morgenstunden.

(PP)