Nach Rohrbrüchen: Stadtwerke Saarbrücken beziehen Stellung

Kostenpflichtiger Inhalt: Rohrbrüche gibt es immer mal : Stadtwerke: Wir halten das Rohrnetz in Schuss

Brüche an Leitungen weckten Zweifel am Zustand des Saarbrücker Leitungssystems. Aber offenbar funktioniert sogar ein Rohr von 1896 noch tadellos.

Ende des vergangenen Jahres brach in der St. Johanner Straße Am Kieselhumes ein Wasserrohr. Die Straße wurde überflutet, und es entstand ein Schaden von etwa 250 000 Euro für die Stadtwerke Saarbrücken. Die Straße ist bis heute gesperrt und soll, so die Auskunft der Stadtwerke Saarbrücken, Ende Januar wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Weitere spektakuIäre Schäden im Rohrnetz ließen in den Vorjahren aufhorchen. So gab es 2018 einen Bruch an der Hauptwasserleitung im Bliestal. 2017 brach ein Rohr im Meerwiesertalweg. Ursachen für die Brüche waren Rost-Folgeschäden, Materialermüdung, mechanische Belastungen oder Material- und Produktionsfehler.

Bei allen drei Rohren handelte es sich um sogenannte Grauguss-Rohre älteren Datums. Das Rohr im Mehrwiesertalweg war aus dem Jahr 1932, und das Rohr Am Kieselhumes stammte aus dem Jahr 1956. Da liegt der Verdacht nahe, das Saarbrücker Wasserrohr-Netz sei komplett veraltet.

Am gestrigen Montag hatten die Saarbrücker Stadtwerke zur einer Pressekonferenz eingeladen, um dazu Stellung zu nehmen und Zweifel aus dem Weg zu räumen. „Bei den drei genannten Rohrbrüchen handelt es sich um sogenannte prominente Rohrbrüche, die direkt im Umfeld der Bevölkerung liegen. Allerdings gibt es immer wieder Rohrbrüche, und das ist nichts Neues. Im deutschlandweiten Vergleich liegen wir im unteren Mittelfeld, was die Anzahl der Rohrbrüche angeht“, sagte Franz-Josef Johann. Er ist der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Saarbrücken Netz AG.

Mit 11,8 Millionen Kubikmetern Wasser versorgten die Stadtwerke Saarbrücken im vergangenen Jahr die Region und sind damit der größte Wasserversorger in Saarbrücken. 183 000 Saarbrücker, 40 000 Bürger aus dem Saarpfalzkreis und die französische Gemeinde Schöneck bekommen das Saarbrücker Wasser. Es fließt durch  Versorgungsleitungen von insgesamt 830 Kilometer Länge.

Knapp die Hälfte dieser Leitungen besteht aus sogenanntem Duktilguss, der deutlich elastischer ist als der alte Grauguss. Grauguss-Rohre werden zwar seit den 1970er-Jahren nicht mehr verbaut, dennoch sind im Saarbrücker Wassernetz noch etwa 38 Prozent aller Rohre aus Grauguss. Und das ist nach Aussage der Stadtwerke auch kein Problem. „Die Nutzungsdauer dieser Rohre beträgt bis zu 140 Jahre. Am Kieselhumes/Ecke Mainzer Straße liegt ein Rohr aus dem Jahr 1896. Es ist das älteste Rohr in Saarbrücken und ist noch voll intakt“, erklärte Frank Ackermann, technischer Vorstand der Stadtwerke Saarbrücken Netz AG.

Zwischen sieben und zehn Millionen Euro geben die Stadtwerke jedes Jahr aus, um das Saarbrücker Wasserrohrnetz zu erneuern und zum Beispiel die zeitgemäßen Duktilguss-Rohre zu verlegen. „Wenn Straßen ohnehin wegen Arbeiten aufgerissen werden, schauen wir uns die Rohre an und werden sie erneuern, wenn es nötig ist. Alle Grauguss-Rohre durch Duktilguss-Rohre zu ersetzen wäre zum einen nicht sinnvoll, da viele Grauguss-Rohre noch einwandfrei funktionieren, und zum anderen wäre der finanzielle Aufwand überhaupt nicht zu stemmen“, sagte Johann.

Abgesehen von der durch Laboruntersuchungen bestätigten exzellenten Qualität des Saarbrücker Trinkwassers ist demnach auch das Wasserrohrnetz in Schuss und es gibt nach Aussage der Stadtwerke keinen Grund zur Sorge.