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Alex Fielitz stellt in der Galerie Neuheisel aus
Momente eines surrealen Alltags

Die Bilder von Sebastian Fielitz sind nur auf den ersten Blick einfach zu verstehen. „Aufbruch“ heißt dieses rätselhafte Werk.
Die Bilder von Sebastian Fielitz sind nur auf den ersten Blick einfach zu verstehen. „Aufbruch“ heißt dieses rätselhafte Werk. FOTO: Fielitz/Galerie Neuheisel
Saarbrücken. Sehenswerte Ausstellung von Alex Fielitz in der Saarbrücker Galerie Neuheisel Von Nicole Baronsky-Ottmann

Wer sich die aktuelle Ausstellung „Versuch“ in der Galerie Neuheisel anschaut, muss sich darauf einstellen, in die ganz eigene Gedankenwelt eines Künstlers einzutauchen. Denn mit nur zwölf recht großformatigen Leinwänden gelingt es Alex Fielitz, seinen ganz eigenen Kosmos zu erschaffen, der für den Betrachter jedoch voller Rätsel und Unklarheiten bleibt.


Alex Fielitz ist in der Saarbrücker Kunstszene kein Unbekannter. Er studierte an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, und in der Saarbrücker Mainzer Straße hat er gemeinsam mit dem Künstler Daniel Hahn alias Raks eine ganze Hauswand im Rahmen des Artwalks gestaltet. Schon dort finden sich sowohl motivisch (ein Sprungbrett), als auch stilistisch Elemente, die sich in den Gemälden der Ausstellung wiederholen, hier aber noch vertieft werden.

Alex Fielitz malt gegenständlich, vordergründig sind seine Gemälde daher leicht zu erkennen. Man sieht Menschen, Tannen, Palmen, Häuser, eine Frau mit Gießkanne. Jedoch zwingt unser Gehirn uns dazu, diese bekannten Motive zu vertrauten Bildern zusammenzusetzen. Aber genau hier verweigert sich Alex Fielitz. Er malt nicht realistisch, sondern eher Momente eines surrealen Alltags.



So sind die Größenverhältnisse nicht der Realität angepasst, die Bäume sind zu klein, die Menschen zu groß. Dann erschafft Alex Fielitz keine bekannten Szenerien oder Räume, sondern malt Treppen, die ins Nirgendwo führen, dazu gefällte Bäume, die wie Blumen verstreut auf dem Boden liegen. Einzelne Bildhinweise werden wiederholt, wie das überraschend zarte und feine Gesicht einer jungen Frau oder aber auch eine leere Ellipsenform.

Auf all das kann sich der Betrachter keinen Reim machen. Aber er kann sich sehr wohl gefangen nehmen lassen von diesen einerseits vertrauten Bildern, die andererseits so rätselhaft erscheinen.

Und dann sind da noch die Farben und die Technik des Künstlers. Alex Fielitz greift zu kräftigen Farben, die er aber in einer Weise abmischt, dass sie etwas Nostalgisches haben. Egal ob Türkis, Orange, oder aber auch Dunkelblau und Grau – Schicht um Schicht trägt er die Farben auf, bis er die gewünschte Farboberfläche erhält.

Diese malerischen Partien der Gemälde stehen dann im Kontrast zu seinen monochrom gemalten Figuren, den unbemalten Flächen auf den Leinwänden oder aber auch zu akkurat gemalten Mustern und Streifen. All das macht die rätselhafte Malerei von Alex Fielitz auf der einen Seite nostalgisch, erinnert an den Charme der 1950er Jahre, aber gleichzeitig ist diese Malerei auch ungemein modern.

Ausstellung Alex Fielitz „Versuch“ in der Galerie Neuheisel, Johannisstraße 3A, Saarbrücken. Geöffnet bis 20. April. Öffnungszeiten: Dienstag von 10-16 Uhr, Donnerstag von 13-19 Uhr und Samstag von 11-13 Uhr.
www.galerie-neuheisel.de