| 20:42 Uhr

Wegweisende Anlage
Moderne Galerie in Saarbrücken ist jetzt hörbar besser

Roland Mönig, Museumsleiter und Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, zeigte am Montag dieser Gruppe bei einer Führung die Vorzüge der neuen Tontechnik.
Roland Mönig, Museumsleiter und Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, zeigte am Montag dieser Gruppe bei einer Führung die Vorzüge der neuen Tontechnik. FOTO: Heiko Lehmann
Saarbrücken. Wegweisende Anlage macht Führungen noch aufschlussreicher. Andere Attraktionen des Landes sollen nachziehen. Von Heiko Lehmann

Es ist spannend und vermittelt auf eine besondere Art und Weise ein Gefühl von Freiheit – fast wie unter Wasser atmen zu können. Die Rede ist von einer sogenannten Frequenzmodulierten Anlage, die Besucher der Modernen Galerie in Saarbrücken ab sofort nutzen können.


Ein Museumsführer erklärt am Mikrofon interessante Hintergründe zu Ausstellungsstücken, und die Mitglieder einen Gruppe können mit Kopfhörern den Schilderungen folgen und sich auf verschiedenen Ebenen im Museum bewegen. Die Empfangsqualität bleibt sogar über mehrere Stockwerke gleich gut.

Für die aktuelle Ausstellung von Pae White hat die Künstlerin aus Los Angeles ihren Spacemanship Room so aufgebaut, dass man ihn von Balkonen aus auf mehreren Ebenen betrachten kann.



Roland Mönig, Museumsleiter und Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, führte am Montag eine kleine Gruppe durch den Spacemanship Room. Ohne Mönig zu sehen, hörten die Besucher seine Worte und konnten gleichzeitig in die verschiedenen Ebenen schauen. Ein beeindruckendes Erlebnis, mit einem besonderen Grund: Am Montag bekam die Moderne Galerie in Saarbrücken als erstes Museum des Saarlandes vom Netzwerk Hören der Tourismus Zentrale Saarland das Qualitätssiegel „Hören mit Herz“ verliehen. Die Frequenzmodulierte Anlage war eine von zehn Voraussetzungen, die das Museum erfüllen musste.

Dank dieser Anlage können Menschen mit einer Hörbehinderung ebenso in den Genuss der über Kopfhörer moderierten Führung kommen. „Es macht einfach viel mehr Spaß und ist ein großer Gewinn für alle Menschen, die Probleme mit dem Hören haben“, sagte Birgit Siersdorfer, die selber eine Hörbehinderung hat und an der Führung teilnahm.

Direkt am Eingang des Museums gibt es an der Information eine Induktionsschleife, mit der eine gute Kommunikation zwischen hörbehinderten Gästen und dem Museumspersonal möglich ist. „Unser Personal wurde auch extra geschult. Langsames und deutliches Sprechen und ein klares Mundbild sind wichtig im Umgang mit Menschen mit Hörbehinderung“, erklärt  Roland Mönig.

Die  Frequenzmodulierten Anlagen sind allerdings auch bei allen anderen Besuchern sehr beliebt, da sie ein hochwertigeres Museumserlebnis vermitteln. „Wir haben mehrere dieser Anlagen, die gleichteitig auf verschiedenen Frequenzen genutzt werden können. So kommen sich die einzelnen Gruppen nicht in die Quere“, sagte der Museumsleiter weiter.

Seit der Wiedereröffnung im November 2017 zählte die Moderne Galerie Saarbrücken allein bis Jahresende 35 000 Besucher. Dank  „Hören mit Herz“ wird das Angebot des Museum weiter verbessert. Projektträger von „Hören mit Herz“ ist das saarländische Wirtschaftsministerium, während die  Tourismus Zentrale Saarland dafür zuständig ist, die Vorhaben in die Tat umzusetzen.

„Wir wollen so viele Akteure aus der Tourismusbranche wie möglich, dafür begeistern, sich unserem Projekt anzuschließen. Auch in Gastronomiebetrieben oder in Zoos ist das Projekt realisierbar“, sagte Birgit Grauvogel, die Geschäftsführerin der Tourismus Zentrale Saarland.