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Iphigenie in Aulis
Mit Witz und Charme startet das Ensemble in die Proben

Saarbrücken. Die Tragödie „Iphigenie in Aulis“ wird an der Universität in Saarbrücken vorgestellt – und ihre heiteren Bezüge in die heutige Zeit. Von Nicole Baronsky-Ottmann

„Es ist ein bisschen ungewöhnlich“, begann Altphilologe Professor Peter Riemer seine Begrüßung beim Probenstart. Er meinte damit den Ort, nämlich einen Seminarraum auf dem Campus der Saar-Uni, den sich die Dramaturgin Simone Kranz ausgesucht hatte, um die Neuinszenierung des Stücks „Iphigenies in Aulis“ dem Publikum vorzustellen.


Fast 50 Besucher kamen zur Vorstellung des neuen Stücks des Staatstheaters. „Das Format Probenstart haben wir eingeführt, um das Theater zu öffnen. Wir wollen ungewöhnliche Orte aufsuchen, um unsere neuen Stücke vorzustellen und die Ressourcen der Stadt nutzen, mit den Menschen drüber reden“, erläuterte Simone Kranz das Konzept des Probenstarts. Sie moderierte die Veranstaltung, und war nicht alleine gekommen. Mit Kranz und Riemer saßen der Regisseur des Stücks Volker Schmidt am Tisch, sowie die beiden Schauspieler Lisa Schwindling und Sébastien Jacobi.

Der erntete gleich Lacher, denn er hatte das Bühnenbild von Thea Hoffmann-Axthelm etwas rätselhaft an eine Tafel gemalt. „Eigentlich wollten wir das Modell mitbringen, aber leider war es schon weggesperrt“, entschuldigte man sich. Dann betonte Simone Kranz, dass es sich bei der Neuinszenierung der „Iphigenie in Aulis“ um das Stück des antiken Schriftstellers Euripides handelt, und Regisseur Volker Schmidt erläuterte die Handlung. Dabei blieb er jedoch nicht stoisch beim Handlungsstrang, sondern gab immer wieder auch Interpretationshilfen.



„Die Kriegslüsternheit der Männer erinnert an das Jahr 2003, an den Einmarsch im Irak“, zog er mehrmals Parallelen zu unserer Zeit. Im Anschluss lasen die beiden Schauspieler eine der Schlüsselszenen des Stücks vor, sodass das Publikum eine Vorstellung von der Darbietung bekommen konnte. Dann war wieder Altphilologe Professor Peter Riemer gefragt. Denn er ordnete den Autoren Euripides ein, erklärte, dieser sei in seiner Zeit ein echter Aufklärer gewesen. „Er war sehr kritisch. Er zeigte auf, dass auf die Götter kein Verlass ist, und damit auch auf den Menschen kein Verlass ist. Damals nicht und heute auch nicht. Punkt“, fasste er knackig zusammen.

Dann ging es wieder um das Bühnenbild. Sébastien Jacobi erläuterte, dass die Bühne der Feuerwache, wo das Stück aufgeführt wird, mit Wasser geflutet wird. „Wir spielen halb im Wasser“, überraschte er, „und wir waren schon schwimmen“. Zum Schwimmen wird die Wassertiefe von 35 Zentimetern zwar nicht reichen, aber immerhin, um sich bei den Proben schon ordentlich nass zu machen – und zu frieren. „Aber wir gehen dann ja in den Sommer“, sagte der Schauspieler lachend.

Lisa Schwindling dagegen freute sich auf das Wasser auf der Bühne. „Für mich ist das Bühnenbild ausschlaggebend. Es gibt den Raum vor. Und Wasser ist sehr flexibel, damit kann man gut spielen. Es ist sehr lebendig“, sagte sie. Das Wasser auf der Bühne war dann auch in der Fragerunde der Zuschauer das Thema. „Steht Ihnen dann das Wasser bis zum Hals?“, „Ist das nicht sehr aufwändig?“, wurde gefragt. Aber Regisseur Schmidt beruhigte. „Der Aufwand ist gar nicht so groß. Und so tief steht das Wasser auch gar nicht“.

Das Publikum war damit sehr zufrieden. Nicht nur wegen der Antworten, sondern auch weil die Erklärungen zum Stück und der Ort gut angekommen sind.

Die Tragödie „Iphigenie in Aulis“, feiert Premiere in der Alten Feuerwache am 25. März. Weitere Termine: Dienstag, 27. März, Freitag, 30. März, Freitag, 20. April, Freitag, 27. April, Samstag, 28. April; Mittwoch, 9. Mai.