1. Saarland
  2. Saarbrücken

Mit Warmwasserleitung kalt erwischt

Kolumne So kann’s gehen : Mit Warmwasserleitung kalt erwischt

Kein warmes Wasser in der Urlaubs-Unterkunft? Da erwacht doch gleich die saarländische Heimwerker-Ehre. Ach hätte sie nur weiter geschlafen. Dann wäre eine peinliche Erfahrung erspart geblieben.

Da konnte ich im Fastnachtsurlaub die ganze Koknaufä (Kolossale Knauber-Fähigkeit) eines Saarländers ausspielen – doch statt Dank gab’s bloß böse Blicke. Jedenfalls floss in der Urlaubs-Unterkunft spät abends nur kaltes Wasser, was natürlich flugs der Rezeption gemeldet wurde. Dann fiel mir ein, dass ich mal im eigenen Bad an eine verstopfte Wasserleitung geglaubt hatte. Bis mir auffiel, dass bloß der Sperrhahn nicht richtig aufgedreht war. Also – Versuch macht kluch – tastete an dem hinter einer Abdeckung nur schwer zugänglichen Flexschlauch entlang, rüttelte und schüttelte, fand aber keinen Absperrhahn – als auch schon ein Techniker an der Zimmertür klopfte, um sich des Warmwasserproblems anzunehmen. Er testete natürlich erst Mal. . . und das warme Wasser floss sofort. Der Mann sah mich etwa eine Sekunde stumm an, und ich schwöre, hinter seinen Augen lief ein Spruchband vorbei, auf dem ich klar und deutlich lesen konnte: „Blöder Tourist! – Ich muss um diese Uhrzeit noch herkommen, nur weil du unfähig bist, einen Wasserhahn aufzudrehen?“ Dann folgte noch irgendwas von „. . . im Meer versenken“. Auf meine Beteuerung, dass gerade noch nur kaltes Wasser geflossen war, gab‘s nur ein müdes Lächeln. Wieso auch sollte er an die wundersame Wiederherstellung des Warmwasserzuflusses glauben? Aber offenbar habe ich zwei Masaknauhä (Magische saarländische Knauber-Hände).