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Spaß
Mit großen Augen durch die Bus-Waschanlage

Beim ersten „Kindermitbringtag“ der Stadtwerke machten die kleinen Abenteurer ein nahrhaftes Frühstückspäuschen im Alt-Saarbrücker Busdepot.
Beim ersten „Kindermitbringtag“ der Stadtwerke machten die kleinen Abenteurer ein nahrhaftes Frühstückspäuschen im Alt-Saarbrücker Busdepot. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Am „Kindermitbringtag“ der Stadtwerke erlebte der Nachwuchs allerhand Abenteuer in der Arbeitswelt von Mama und Papa. Von Laura Vordermayer

„Der Bus ist gar nicht dreckig, der Busfahrer hat Quatsch gemacht.“ Raphael (5) glaubt noch nicht so richtig an die große Waschanlage. Auch die anderen Kinder starren gebannt aus dem Fenster – so etwas haben sie noch nie gesehen. Als wenig später das Wasser von allen Seiten spritzt und blaue Reinigungswalzen gegen die Scheiben drücken, gibt es gemischte Reaktionen im Bus. Einige Kinder lachen, andere setzen eine besorgte Miene auf. Von vielen ist ein erstauntes „Oho“ zu hören. – Es war eine Premiere: Am letzten Freitag der Herbstferien veranstalteten die Stadtwerke den ersten „Kindermitbringtag“. Die Mitarbeiter des Konzerns konnten ihre Kinder an den Arbeitsplatz mitnehmen. Dort stand eine Reihe von Aktivitäten auf dem Plan. Während eine Gruppe von Jugendlichen die Ausbildungswerkstatt kennenlernte, starteten die jüngeren Kinder mit einer Fahrt durch die Buswaschanlage in den Tag.


Anschließend erklärte Rüdiger Haupt, Ausbilder und Fahrer des Busses, wie die Tankanlage funktioniert. 21 Kinder scharrten sich um ihn und hörten neugierig zu. „Warum tanken nicht alle Busse mit Erdgas?“, wollte Lina (7) wissen. Eine schwierige Frage, auf die Haupt schließlich antwortete, das Erdgas sei in heutigen Zeiten deutlich teurer geworden und zudem schneller verbraucht.

Nach einem gemeinsamen Frühstück führte er die Kinder noch durch Buswerkstatt und Wartungshalle. Im Sozialraum der Zentrale am Busbetriebshof konnten die Kinder ihren eigenen kleinen Holzbus bemalen oder spielen.



Personalleiterin Anna Keller zeigte sich zufrieden, der „Kindermitbringtag“ war ihre Idee. Sie betonte, wie wichtig Familienfreundlichkeit für heutige Unternehmen ist: „Mitarbeiter sind eben auch Familienmitglieder, das darf man nicht vergessen. Wir befinden uns in einem Wettbewerb um gute Mitarbeiter, deshalb ist auch Familie so ein wichtiges Thema.“

Konzernchef Thomas Severin, selbst dreifacher Vater, teilte ihre Auffassung: „Das Berufsleben der Eltern stellt für Kinder etwas Besonderes dar. Oft können sie sich aber nicht so recht vorstellen, was Mama oder Papa die ganze Zeit über machen, wenn sie weg sind.“ Tatsächlich antworteten die meisten Kinder nur mit einem Wort auf die Frage, was denn Papa oder Mama auf der Arbeit mache: „Arbeiten!“