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Stadtkultur
Mit Bücherbus zu Kindern und Senioren

Saarbrücken. Stadtbibliotheks-Leiter Gerald Schleiwies stellte Pläne im Kulturausschuss des Stadtrates vor. Museumsbus rollt weiter. Von Silvia Buss

Die neuen Leiter der Saarbrücker Stadtbibliothek und des Historischen Museums haben etwas gemeinsam: Beide setzen verstärkt auf Busse, um bestimmte Besuchergruppen, die sonst nicht zu ihnen fänden, zu erreichen.


Stadtbibliotheks-Leiter Gerald Schleiwies plant bekanntlich, mit den Bücherbussen der Bibliothek, die Schulen und Kitas ansteuern, ab Januar unterwegs auch Senioren in Stadtteilen und Altenheimen mit Medien zu versorgen.

Doch bei der Umsetzung dieser Idee gibt es noch einige verwaltungstechnische Hürden zu überwinden, wie Schleiwies jetzt im Kulturausschuss darlegte.



„Sie glauben gar nicht, wie schwer das ist, weil zur Zeit zwei Karten existieren, nämlich eine Karte für den Bus und eine Karte für die Bibliothek“, sagte Schleiwies.

Zur Zeit sei es nicht möglich, mit der Karte für die Bibliothek Bücher im Bus auszuleihen. „Das müssen wir intern ändern, damit dieses Büchertaxi überhaupt möglich ist“, erklärte Schleiweis und versprach Abhilfe bis November.

Es sei noch eine große Herausforderung, innerhalb der Verwaltung dafür zu sensibilisieren, was der Bus im kommenden Jahr alles leisten könne. Er werde auf jeden Fall Medien für Senioren in Heimen mitnehmen.

Man werde auch kulant sein bei Vormerkungen und Mahnungen, etwa wenn Senioren mehr Medien bestellen, als sie vor Ort dann tatsächlich abnehmen, versicherte Schleiwies. Auch sei es leider noch nicht gelungen, mit den Netzwerken für gute Nachbarschaft ein ausreichend großes Netzwerk an Haltestellen zustande zu bekommen, damit es sich lohnen würde, dass der Bücherbus auf seinen Touren zu Schulen und Kitas auch viele Medien für Erwachsene mitnimmt, sagte der Stadtbibliotheks-Leiter mit Bedauern.

Doch hat die Bibliothek jetzt eigens eine Mitarbeiterin für diese mobilen Dienste eingesetzt und will auch mithilfe der modernen Medien weiter dafür werben. Mit Freude nahmen die Mitglieder des Kulturausschusses, die Schleiswies‘ Engagement lobten, auch die Auskunft von Museumsdirektor Simon Matzerath zum Museumsbus auf.

Der wöchentlich verkehrende Bus, der bisher 380 Schul- und Kita-Gruppen kostenlos ins Museum chauffierte und zunächst nur bis Ende 2018 finanziert war, soll bis Ende 2019 weiterrollen. Nur einen kleinen Teil der Kosten müsse das Museum aus seinem eigenen Etat tragen, den Rest gewinne man laut Matzerath über Drittmittel und Sponsoren.