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Theater im Klosterkeller
Mit besten Grüßen aus der Klapsmühle

Das sind die Akteure der Theatergruppe Bühnenreif, die am Samstag ihren ersten Auftritt mit dem Stück „Neurosige Zeiten“ haben.
Das sind die Akteure der Theatergruppe Bühnenreif, die am Samstag ihren ersten Auftritt mit dem Stück „Neurosige Zeiten“ haben. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Die Theatergruppe Bühnenreif zeigt die turbulente Komödie „Neurosige Zeiten“.  Ein Probenbesuch im Klosterkeller. 

Wie empfängt man Besuch in einer Psychiatrie, ohne dass der Besuch merkt, dass er in einer Klapsmühle ist? Vor dieser Herausforderung steht Agnes, Tochter einer reichen Hoteldynastie. Sie muss vor ihrer Mutter, die unangekündigt zu Besuch kommen will, verheimlichen, dass sie wegen ihrer Sexsucht in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Kurzerhand sollen die Mitbewohner der skurrilen Wohngruppe versuchen, wie ganz normale Menschen zu wirken und das wahnwitzige Verwechslungsspiel nimmt seinen Lauf. So wird der zwangsneurotische Hans, der nicht lügen kann, zum Lebensgefährten, die liebestolle Marianne zur Haushälterin, weitere Mitbewohner zu Hausmeister, Nachbarn oder sonstigen Bediensteten erkärt. Zunächst scheint der Plan aufzugehen, doch als dann immer mehr ungebetener Besuch auftaucht, wird es turbulent, bis am Ende alles aus dem Ruder läuft.  Wer letztlich wirklich verrückt ist und was überhaupt „normal“ heißt, diese Antworten liefert die turbulente Komödie „Neurosige Zeiten“ von Winnie Abel.



Wir sind zu Besuch im Klosterkeller bei der Theatergruppe Bühnenreif, die eine der letzten Proben  hat. „Am Sonntag kommt das SR-Fernsehen zur Probe, heute gehen wir nochmal einige Szenen durch, die wir auch dem Fernseh-Team zeigen wollen“, erklärt Daniel Schickel den Ensemble-Mitgliedern. Gemeinsam mit Lisa Bost ist er nicht nur Darsteller, sondern führt auch Regie bei dem mittlerweile dritten abendfüllenden Stück. Gegründet hat sich die Laien-Theatergruppe 2013 durch neun ehemalige Laien-Schauspieler der Gruppe 63 Saarbrücken. Mittlerweile zählt das Ensemble 17 Mitglieder. Die Ideen für Theaterstücke, Bühnenbild und Kostüme werden gemeinsam beraten und entwickelt. „Es wäre toll, wenn wir noch Verstärkung bekämen, vor allem bei der Orga, bei der Technik oder beim Gestalten des Bühnenbilds.“ erklärt Lisa Bost. „Das machen wir alles momentan selbst. Und wenn wir dann noch auf der Bühne stehen, ist das manchmal ganz schön viel. Bei den Darstellern fehlt es außerdem oft an Männern“ sagt sie und lacht. „Die Stücke suchen wir je nach Verfügbarkeit der Darsteller aus. Es sind Komödien aller Art, die wir besonders lieben. Wenn es mehr Schauspieler gibt, als ein Stück Rollen hat, werden nach Rücksprache mit Autor und Verlag einfach noch ein paar Personen oder Szenen eingebaut“, führt Daniel Schickel aus. „Für weniger Erfahrene gibt es auch kleine Rollen oder Statisten-Aufgaben. Wir möchten, dass jeder, der mag, mitwirken kann.“ ergänzt Bost. Sie wird in Zukunft alleine Regie führen, denn Daniel Schickel verlässt aus beruflichen Gründen das Saarland. „Aber für kleine Gastrollen möchte ich auf jeden Fall weiter mitmachen. Theater ist meine Leidenschaft und bedeutet bei uns nicht nur Schauspiel, sondern auch Gemeinschaft und Freundschaft, das möchte ich nicht aufgeben“, erklärt er. Im Klosterkeller spielen sie in diesem Jahr zum letzten Mal, denn die katholische Kirchengemeinde Allerheiligen hat das ehrwürdige Gebäude im Herzen der Stadt verkauft und der neue Eigentümer hat andere Pläne damit. Wie und wo es nach dem Auszug aus dem Klosterkeller weiter geht, wissen sie noch nicht. „Hier war es einfach perfekt, die Bühne und der Saal hatten eine ideale Größe. Wir möchten auf jeden Fall in der Umgebung von Sulzbach bleiben“, Bost. „Das Publikum kennt uns hier mittlerweile und wir haben treue Fans, die unsere Vorstellungen mitunter mehrmals besuchen. Die Premiere am Samstag ist schon so gut wie ausverkauft. Für die anderen Vorstellungen gibt es noch Karten. „Wir freuen uns besonders auf den letzten Abend, denn dann ist es Tradition, dass wir Darsteller uns gegenseitig auf der Bühne mit etwas Ungeplantem überraschen“, verrät Daniel Schickel. „Allerdings war der durch ein Unwetter verursachte Stromausfall bei der Derniere des letzten Stückes nicht vorgesehen. „Das war ein denkwürdiger Abend, aber nach dem ersten Schrecken haben wir den Stromausfall einfach in das Stück eingebaut. Das Publikum und wir hatten größtes Vergnügen damit“ erinnert sich Lisa Bost und lacht.

Die sechs Spieltermine von „Neurosige Zeiten“ sind am 16., 22., 23., 29. und 30. September jeweils um 19.30 Uhr, am 1. Oktober schon um 16.30 Uhr. Veranstaltungsort: Klosterkeller in Sulzbach. Karten für acht Euro sind erhältlich: Telefon. (06 81) 30 14 07 31 oder bei L. Reiber Hifi-TV-Video-Elektro, Telefon  (0 68 97) 26 90.

(PP)