Metallbauer Brück in Ensheim aus der Insolvenz

Ein ganz kniffliges Thema : Auslöser des Streits war Insolvenz der Ensheimer Firma Brück

Der Ensheimer Metallteile-Spezialist Brück ist insolvent. Das war die Hiobsbotschaft, die die Belegschaft im Oktober 2016 ereilte. Daraufhin setzte das Saarbrücker Amtsgericht gleich mehrere Anwälte ein, die das Unternehmen retten sollten.

Einer von ihnen war Franz J. Abel der St. Ingberter Kanzlei Abel und Kollegen. Er kümmerte sich darum, die Muttergesellschaft Brück GmbH aus der Zahlungsunfähigkeit zu holen. Abel war Sanierungsgeschäftsführer, während die damaligen Geschäftsführer Anne und Matthias Brück weiterhin die Zügel ihres Betriebes in Händen hielten. Abel half ihnen, den Betrieb zu restrukturieren, damit er am freien Markt besteht.

Zu der Schieflage war es nach Angaben aus der Führungsetage des 1923 gegründeten Familienunternehmens gekommen, weil die Nachfrage nach Stahlprodukten für die Suche nach neuen Öl- und Gasvorkommen eingebrochen war. Auch Produkte für den Bau von Windkraftkraftanlagen wurden weniger nachgefragt, die Gewinne seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Produktionskosten mussten folglich runter.

Das kostete Arbeitsplätze. 130 Stellen fielen weg. Rund 300 Mitarbeiter blieben. Die von Jobverlust betroffenen Kollegen kamen in einer Transfergesellschaft unter. Zum Ende der Insolvenz im Juni 2017 sollten nach Abels Angaben 95 Prozent der darüber Beschäftigten einen neuen Arbeitsplatz bekommen oder Vorruhestand erreicht haben.

Zudem fanden sich neue Gesellschafter: die Maschinenbau-Firma Sigma/Dileb aus Lebach sowie die Baugruppe Peter Gross/St. Ingbert.

Knapp anderthalb Jahre nach Ende der Insolvenz ging beim Saarbrücker Landgericht am 13. Dezember eine Klage gegen die Kanzlei Abel und Kollegen ein. Klägerin ist unter anderem Anne Weyers aus St. Ingbert. Sie ist auch Geschäftsführerin der Brück-Stahlhandelsgesellschaft. Weiterer Kläger: der frühere Geschäftsführer des 2016 insolventen Familienbetriebs, Matthias Brück. In der Klage geht es um Gesamtforderungen von 29 Millionen Euro. Der Grund ist nicht klar, ein Gerichtssprecher darf aus Datenschutzgründen keine Angaben zum Inhalt der Klage machen. Mehrere Anfragen unserer Zeitung  bei der mit der Klage beauftragten Münchner Anwaltskanzlei Weil, Gotshal und Manges blieben unbeantwortet.

Abel war kurzzeitig beim skandalgeschüttelten Landessportverband Saar (LSVS) als Sanierer eingesetzt. Er legte im März dieses Jahres aber sein Mandat nieder. Grund: Abels Kanzleikollege Guido Britz war der Anwalt des damaligen LSVS-Chefs Klaus Meiser (CDU).

Ein weiterer Angehöriger der St. Ingberter Gemeinschaftskanzlei ist Matthias Bayer, Fachanwalt für Insolvenzrecht. Britz und Bayer äußerten sich nun für den erkrankten Sozius Abel im drohenden Rechtsstreit vor dem Saarbrücker Landgericht.