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Kommentar
Messerdebatte: Stadt „stark belastet“

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Sache ist so ernst – jeder Aufschub wäre verantwortungslos. Seit Februar diskutiert Saarbrücken über Messerstechereien und andere Gewaltverbrechen. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz forderte mehr Polizisten. Von Jörg Laskowski

Das Landespolizeipräsidium wusste nicht so recht, warum. Die SZ präsentierte eine Liste von Polizeimeldungen. Eine Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken bewies: Die Gewaltkriminalität in Saarbrücken wächst. Gleichzeitig forderten bundesweit beide Polizeigewerkschaften Messerstatistiken. Befeuert wird die Saarbrücker Debatte von Ereignissen in anderen Städten. In solchen Situationen muss der Staat schleunigst für Klarheit sorgen, die Fakten ermitteln, ungeschminkt präsentieren und seine Reaktionen ankündigen. Über die wird dann natürlich auch gestritten. Aber anders geht’s eben nicht. Sonst entsteht die hierzulande nur allzu gut bekannte gemeingefährliche Staatsverdrossenheit. Innenminister Klaus Bouillon  hat also nicht nur schnell, sondern auch richtig reagiert und Klarheit geschaffen. Das Saarland hat jetzt eine Messerstatistik. Danach sind Saarbrückens Hauptbahnhof, die Johanneskirche und das Kaiserviertel „stark belastet“ – wie es im Pressetext des Ministeriums heißt.