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Mehr Fahrer, neue Busse sollen in Saarbrücken für Pünktlickeit sorgen

Öffentlicher Personennahverkehr : Wieder mehr Busverbindungen ab Februar

Mehr Personal und neue Fahrzeuge sollen für Pünktlichkeit in Saarbrücken und im Umland sorgen.

Anfang Oktober hat Peter Edlinger, der Geschäftsführer der Stadtwerke und der Saarbahn, den öffentlichen Personennahverkehr in Saarbrücken zum Notfall erklärt. Dass Menschen in Saarbrücken und im Umland an Haltestellen standen und nie wussten, ob der Bus, der laut Fahrplan gleich kommen müsste, auch wirklich unterwegs war, zehrte an den Nerven. Vor allem an den Nerven der Bus-Nutzer, aber auch an denen der Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, die mit jeder Woche Bus-Ärger nervöser wurden und sich sorgten, dass das Thema in den Wahlkampf schwappen könnte.

Das wird es, zumindest nicht in der Wucht, wie im Herbst zu befürchten war, vermutlich nicht. Denn rechtzeitig, bevor am 26. Mai unter anderem der Stadtrat gewählt wird und die Oberbürgerermeisterin und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende zur Wiederwahl antritt, hat Edlinger den Notfallfahrplan für beendet erklärt. Die Idee dieses Fahrplans war es, lieber weniger, dafür aber verlässliche Busverbindungen anzubieten.

Das habe funktioniert, sagt Edlinger, denn: „Bei aller Kritik: Der angepasste Fahrplan hat funktioniert. Nur in Ausnahmefällen wie bei Unfällen, wenn die Technik versagt hat oder bei Straßenglätte fielen vereinzelt Busverbindungen aus.“ Ab dem 1. Februar werden die Busse nun wieder nach dem alten, zum 1. Oktober auf Eis gelegten Fahrplan fahren. Und Edlinger gibt sich „sehr zuversichtlich“, dass das auch funktioniert. Denn die Hauptursache für die Verspätungen sei behoben worden: der Mangel an Personal.

Obwohl bundesweit Busfahrer fehlen, sei es gelungen, seit Mai 85 Busfahrer einzustellen, alleine in den letzten drei Monaten 36. Darüber hinaus sind 18 junge Leute in der Busfahrerausbildung. Wenn in den kommenden Jahren Fahrer in den Ruhestand gehen, gebe es also keinen Engpass, sagt Edlinger. Um für Entlastung zu sorgen, habe man in Absprache mit dem Betriebsrat auch Kollegen, die schon im Ruhestand waren, als geringfügig Beschäftigte zurück auf den Busfahrersitz geholt. Sie fahren vor allem im Schulbusverkehr. Da gehe es nur um einige Stunden Fahrtzeit. „Dafür braucht man im Dienstplan dann keine ganze Schicht“, erklärt Edlinger.

Dass weniger Busfahrer „auf dem Markt“ sind als benötigt werden, liege unter anderem daran, dass Fernbus-Unternehmen, die begonnen haben, der Bahn in Deutschland Konkurrenz zu machen, Fahrer gebraucht haben. Durch den Wegfall der Wehrpflicht sei gleichzeitig die Zahl der Männer gesunken, die beim Bund den Lkw-Führerschein gemacht haben. „Vom Lkw-Führerschein zum Busführerschein ist es nur ein kleiner Schritt“, erklärt Edlinger.

Die Saarbahn GmbH hat aber nicht nur Busfahrer eingestellt. Weil es an den Wochenenden zu Zeiten, in denen die Disco-Gänger und die Menschen, die in den Kneipen feiern, nach Hause fahren, verstärkt zu Ärger in der Saarbahn kommt, werden dort jetzt vier statt wie bisher zwei Sicherheitsmitarbeiter eingesetzt. Darüber hinaus sucht die Saarbahn gerade Personal für die Fahrkartenkontrollen. Man wolle wieder stärker gegen Schwarzfahrer vorgehen.

Investiert wird auch ins Material. Bis 2026 sollen alle 28 Saarbahnzüge durch neue ersetzt werden. Für die alten Bahnen gebe es wie für die Fahrkartenautomaten, die ebenfalls ausgetauscht werden, kaum noch Ersatzteile. Bereits in diesem Jahr werden zehn neue Busse angeschafft, kündigt Edlinger an.

250 Busfahrer, von denen 20 als sogenannte Kombifahrer auch in den Saarbahnzügen eingesetzt werden können, sind ab sofort auf den Strecken der Saarbahn GmbH unterwegs, um, wie Edlinger sagt, „Tag für Tag rund 140 000 Menschen“ zu deren Zielen zu bringen. Nun wieder zuverlässig, wie Peter Edlinger verspricht. Der Notfall weiche dem Normalfall.