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Mehr als jedes dritte Kind in Saarbrücken ist von Armut betroffen

Bertelsmannstudie : Jedes dritte Kind ist arm

Eine Studie zeigt, wie viele Kinder in Hartz-IV-Familien leben. Nur in Gelsenkirchen und Bremerhaven sind es mehr als in Saarbrücken.

In Saarbrücken ist mehr als jedes dritte Kind arm. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Bertelsmann-Studie in allen deutschen Kommunen mit mehr als 500 Einwohnern, Stand 2016. Demnach liegt die Kinderarmut in Saarbrücken bei 35,5 Prozent, nur in Gelsenkirchen und in Bremerhaven ist sie höher. Bundesweit ist die Quote von 2007 bis 2016 leicht gesunken, in Saarbrücken dagegen um drei Prozentpunkte gestiegen. In Völklingen liegt sie bei 32,6 Prozent, in Sulzbach bei 30,9 Prozent. Zum Vergleich: In Sindelfingen, einer der reichsten Kommunen, lag die Kinderarmut im selben Zeitraum bei 8,3 Prozent. An solche Werte kommt im Regionalverband Saarbrücken am ehesten Riegelsberg heran. Dort beträgt die Kinderarmut 11,3 Prozent, die Jugendarmut 7,9 Prozent.

Die Beschäftigungsquote in Saarbrücken lag bei 49,7 Prozent. Die Quote beschreibt den prozentualen Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 64 Jahren, die an ihrem Wohnort als sozialversicherungspflichtig beschäftigt gemeldet sind. 24,6 Prozent der Menschen mussten ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken, weil es sonst nicht zum Leben reicht. In Völklingen war die Beschäftigungsquote mit 50,2 Prozent leicht höher, die Quote der Aufstocker bei 22,9 Prozent. In Sulzbach betrug die Beschäftigungsquote 53,6 Prozent, die Quote der Aufstocker war bei 20,4 Prozent. Insgesamt liegt die Armutsquote in den deutschen Großstädten auf einem deutlich höheren Niveau als in Deutschland insgesamt. So betrug der Anteil der Sozialleistungsempfänger bundesweit 10,1 Prozent. In den Großstädten, also den Städten über 100 000 Einwohnern, lag er bei 14 Prozent, also knapp vier Punkte höher, wie die Bertelsmannstiftung mitteilt. Die Armutsquote hat sich den Angaben zufolge in den einzelnen Großstädten im Zehn-Jahres-Vergleich unterschiedlich entwickelt: In 37 Kommunen (46 Prozent) ist die Quote der Leistungsempfänger gestiegen, in 27 (34 Prozent) ist sie gesunken, und in 16 (20 Prozent) ist sie in etwa gleich geblieben.

Sehr viele Kinder in Saarbrücken leben in Hartz-IV-Familien, Geld für Sport und Freizeit ist knapp. Foto: dpa/Christian Charisius

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