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Martin Hector aus Auersmacher ist Angler, Naturschützer, Feuerwehrmann

Kleinblittersdorf : Angler, Naturschützer, Feuerwehrmann

Der 43-jährige Martin Hector ist seit Januar der Vorsitzende des Angelsportvereins Auersmacher.

Normalerweise wäre in zwei Wochen der Jahreshöhepunkt des Angelsportvereins (ASV) Auersmacher. Am 1. Mai eröffnet der Verein in jedem Jahr die Festsaison an der Oberen Saar. Wanderer, Spaziergänger und Familien treffen sich am Tag der Arbeit am Fischweiher im Mühlenwald in Auersmacher, feiern und haben einen schönen Tag. Weit mehr als 1000 Menschen kommen in jedem Jahr. „In diesem Jahr nicht. Wir mussten das Fest wegen Corona leider absagen“, sagt Martin Hector. Er ist seit Januar der Vorsitzende des ASV und schaut in diesen Tagen höchstens Mal nach dem Rechten rund um die Weiheranlage.

„Eigentlich würden wir jetzt mit vielen Vereinsmitgliedern die gesamte Anlage auf Vordermann bringen. Aber selbst das Rasenmähen wurde uns vom Ordnungsamt untersagt. Wir dürfen im Prinzip nichts machen“, sagt der 43-Jährige.

Hector ist mit Leib und Seele Angler und Naturschützer. Bereits mit 20 Jahren wurde er Kassierer des ASV. Er hatte das Amt 23 Jahre inne. „Unser ehemaliger Vorsitzender ist Anfang des Jahres zurückgetreten, und wir brauchten einen neuen. Wie das im Vereinsleben nun einmal so ist, kamen viele auf mich zu, da ich ja schon lange im Verein bin und alle Abläufe kenne. Ich mache das aber gerne. Der ASV ist ja irgendwie schon ein Teil von mir“, berichtet der neue Vereinschef, der damit auch in die Fußstapfen seines Vaters tritt, der den Verein 14 Jahre als Vorsitzender leitete.

Die Weiheranlage ist der ganze Stolz des Vereins. Mit einer Photovoltaikanlage produzieren die Angler ihren eigenen Strom. Sie haben seit zehn Jahren eine Pflanzenkläranlage und unterhalten so mitten im Wald eine autarke und vor allem sehr idyllische Anlage.

Die wegbleibenden Einnahmen wegen des Festausfalls kann der Verein kompensieren. „Es wäre natürlich schöner, wenn wir die Einnahmen hätten und uns ein paar Sachen mehr leisten könnten, aber viel schlimmer finde ich den gesellschaftlichen Aspekt. An unserem Fischweiher sind normalerweise jeden Tag viele Spaziergänger und Vereinsmitglieder. Bei dem Fest trifft sich hier die ganze Gemeinde und pflegt die sozialen Kontakte. Das fällt nun womöglich das ganze Jahr aus“, sagt Martin Hector.

Neben dem Angelsportverein ist die Feuerwehr das zweite, ganz große Hobby des Steuerfachangestellten. Für ihn bedeuten die Feuerwehr und der ASV gleich viel. „Ich bin schon als kleines Kind mit meinem Vater zum Angeln, und das gilt auch für die Feuerwehr. Es sind meine beiden ganz großen Hobbys – und das wird sich auch so schnell nicht ändern.“

22 Jahre lang betreute er den Feuerwehr-Nachwuchs in Auersmacher, und elf Jahre lang war er Leiter der Gemeinde-Jugendwehr. Durch seine Steuerkenntnisse und den gekonnten Umgang mit Zahlen hilft er noch anderen Vereinen. Er ist Kassenprüfer beim Karnevalsverein „Kappeskepp“ in Sitterswald und beim Förderverein des Kindergartens in Sitterswald.

Vereine und Beruf halten den 43-Jährigen zwar schon ganz schön auf Trab, aber zur Verschärfung der Gesamtsituation trug zu Beginn des Jahres ein unerwarteter Höhepunkt bei. Martin und seine Frau Silvia erwarteten ihr zweites Kind – und dann wurden es das zweite und das dritte. „Wir haben Zwillinge bekommen, und jetzt geht es bei uns richtig rund. Aber es macht alles Spaß, und mir gefallen diese Herausforderungen sehr“, sagt der 43-Jährige Vereinsmensch Martin Hector.