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Wilhelm-Heinrich-Brücke
Marode Brücke wird ab März saniert

30 000 Fahrzeuge rollen an Werktagen über die Wilhelm-Heinrich-Brücke, die 1961 gebaut wurde. Die Schäden sind so groß, dass die Grundsanierung unumgänglich ist, sagt die Stadt.
30 000 Fahrzeuge rollen an Werktagen über die Wilhelm-Heinrich-Brücke, die 1961 gebaut wurde. Die Schäden sind so groß, dass die Grundsanierung unumgänglich ist, sagt die Stadt. FOTO: Stadt Saarbrücken
Saarbrücken. Verkehrsprobleme beginnen im April, wenn die Verwaltung nacheinander Teile der Wilhelm-Heinrich-Brücke sperrt. Von Markus Saeftel

30 000 Autos fahren an Werktagen über die Wilhelm-Heinrich-Brücke. Sie ist eine der wichtigsten Verkehrsadern in Saarbrücken. Deshalb weiß die Verwaltung auch: Ohne Verkehrsbehinderungen wird es nicht gehen, wenn die Stadt die Brücke saniert. Baudezernent Heiko Lukas stellte vor, wie die Verwaltung während der Bauarbeiten ein Verkehrschaos verhindern will. Ende Februar beginnen die vorbereitenden Arbeiten an den Mittelinseln. Ab April wird es ernst. Denn die Verwaltung muss dann die Brückenseite stadteinwärts sperren und den gesamten Verkehr über die andere Brückenseite abwickeln, teilte Lukas mit.


Ab Juli ist dann die Brückenseite in Richtung Alt-Saarbrücken an der Reihe, und der Verkehr wird über die bereits sanierte Brückenhälfte geführt. Bis Ende Oktober oder Anfang November soll alles fertig sein, sagte Lukas. Doch es geht nicht nur um die Brückensanierung. In Alt-Saarbrücken soll der Parkplatz am Neumarkt aufgewertet werden. Gleiches gilt für die Fläche vor Karstadt gegenüber dem Rabbiner-Rülf-Platz. Und die Bushaltestellen werden von der Wilhelm-Heinrich-Brücke in den Stadtgraben verlegt.

Lukas stellte klar, dass die Sanierung unumgänglich ist. Die letzte Instandsetzung sei 1987 gewesen, die Brücke 1961 gebaut worden. „Wir müssen sie verkehrssicher halten“, betonte der Dezernent. Und trotz der umfangreichen Arbeiten werde es bis auf wenige Wochenendtage pro Fahrtrichtung immer jeweils zwei Fahrspuren geben, und die Autofahrer könnten auch immer in Richtung Stadtgraben fahren.

Die Arbeiten hatte die Stadt bereits im Herbst europaweit ausgeschrieben. Das hatte nach Angaben von Lukas einen wichtigen Grund. Die sogenannten „Brückenübergangskonstruktionen“, die das Bauwerk mit den Straßen verbindet, müssten ersetzt, vorproduziert und während der Bauarbeiten eingesetzt werden. Die saarländischen Firmen Dittgen/Krächan hätten den Zuschlag für die Sanierung erhalten, die 8,5 Millionen Euro kostet. Wie Lukas weiter erklärte, bekommt die Brücke auch einen neuen Asphalt, die Bürgersteige ebenfalls eine neue Oberfläche. Die alten Leuchten auf der Brücke werden gegen moderne ausgetauscht und das Brückengeländer erhöht. Auch die Autobahnauf- und -abfahrten erhalten eine neue Fahrbahndecke.

Die Verkehrsführung während der Bauarbeiten ist für die Verwaltung eine echte Herausforderung. Im Bauabschnitt drei ab April können zum Beispiel Autofahrer nicht mehr am Kreisel links in Richtung Alt-Saarbrücken abbiegen. Sie sollen künftig bereits an der Bismarckbrücke abfahren und durch die Talstraße nach Alt-Saarbrücken kommen. Auch das Linksabbiegen von Alt-Saarbrücken kommend im Kreisel auf die Stadtautobahn in Richtung Völklingen wird nicht mehr möglich sein. Das gilt im Kreisel auch für Linksabbieger in Richtung Autobahnauffahrt nach Mannheim. Diese müssen im Kreisel geradeaus weiterfahren und an der Malstatter Brücke auf die Autobahn in Richtung Mannheim fahren. Lukas und seine Mitarbeiter wollen mit veränderten Ampelschaltungen dafür sorgen, dass der Verkehr auch während der Bauarbeiten möglichst reibungslos fließt. Sie wissen aber auch, dass viele Autofahrer versuchen werden, auf die Bismarckbrücke oder die Westspange auszuweichen. Auch dort würden die Grünphasen verlängert.



Die Verwaltung hatte zuvor zu einem Informationsabend für die Saarbrücker Geschäftsleute eingeladen. Citymarketing und die städtische Gesellschaft GIU sollen im Auftrag der Verwaltung ständigen Kontakt mit den Geschäftsleuten halten, sagte Stadtpressesprecher Thomas Blug. Auch die Bürger werden intensiv in den Medien, im Internet und der App der Stadt Saarbrücken über Baustellen und Umleitungen informiert.

Wenn die Wilhelm-Heinrich-Brücke saniert ist, müssen die Autofahrer auf jeder Seite auf eine Spur verzichten. Lukas bestätigte, dass es künftig zwischen den Abbiege- und Geradeausspuren einen Weg für Radfahrer geben wird. Die könnten aber auch weiterhin auf den Bürgersteigen fahren. So habe es der Stadtrat beschlossen.

Baudezernent Heiko Lukas.
Baudezernent Heiko Lukas. FOTO: GUNDELWEIN / Tom Gundelwein