Markus Lein kandidiert für die Linkspartei bei der Saarbrücker OB-Wahl.

Kommunalpolitik : Musiker will OB werden

Linke schickt Markus Lein ins Rennen um den Chefsessel im Saarbrücker Rathaus.

Im Saarbrücker Stadtrat sorgen SPD, Grüne und Linke dafür, dass die Stadtverwaltung politische Rückendeckung hat. Im Kampf um das Amt der Oberbürgermeisterin beziehungsweise des Oberbürgermeisters gibt es jedochkeine Rückendeckung für Amtsinhaberin Charlotte Britz (SPD). Nach den Grünen, die mit Barbara Meyer-Gluche in den Wahlkapf ziehen, haben am Freitag auch die Linken einen Kandidaten für die Wahl am 26. Mai präsentiert. Der Musiker Markus Lein tritt an, weil er, wie er sagt, „ein erhebliches Sündenregister der Amtsinhaberin“ sieht.

Britz habe es zu verantworten, dass die ehemalige Bergwerksdirektion zum Kaufhaus wurde, also „dem Kommerz geopfert“ worden sei, sagte Lein am Freitag. Auch den „Pfusch am Bau“ an der Berliner Promenade und die Probleme bei der Sanierung des Ludwigparkstadions seien Sache der Verwaltungs-Chefin. Es sei ihre Aufgabe, dass es eine Kontrolle gibt. Lein kreidet Britz außerdem an, dass die Parkgebühren durch den Vertrag mit Q-Park so hoch sind.

Ein zentraler Punkt sei aber, dass Britz und ihre Verwaltung „kein modernes Verkehrskonzept haben“, sagt der 54-Jährige. „Alles, was bisher gemacht wurde, war eine Verschlimmbesserung“, findet Lein. Es reiche zum Beispiel nicht, Radspuren auf die Wilhelm-Heinrich-Brücke zu malen. Die seien in dieser Form gefährlich für Radfahrer, weil Autos über die Radstreifen fahren, wenn sie die Spur wechseln. Hilfreich sind aus Leins Sicht „Randsteine“ entlang der Radspuren, über die Autofahrer nicht fahren können.

Die Stadt brauche außerdem ein E-Bike-Leihsystem und ein Konzept, mit dem man Pendler dazu bringt, das Auto am Stadtrand stehen zu lassen. Dort könnten attraktive Parkhäuser gebaut werden, von denen aus man mit Bussen oder eben den E-Bikes gut in die Stadt kommt.  Um das zu finanzieren, müsse man über eine „City-Maut“ nachdenken. Wer zum Beispiel nicht im Nauwieser Viertel wohne, aber mit dem Auto reinwill, müsse dann „einen kleinen Obolus“ zahlen.

Neben der Verkehrspolitik nennt Lein die „Armutsbekämpfung“ als sein zweites „Kernthema“. Mehr Sozialwohnungen, ein Verbot von Stromsperren, nur noch unbefristete Verträge für städtische Mitarbeiter gehören zu seinen Forderungen. Wenn er Oberbürgermeister wird, zahle er mindestens ein Jahr lang die Hälfte seines Gehalts in einen Fonds, der Obdachlosen helfen soll, „wieder ins Leben zurückzufinden“. Markus Lein ist in der Nähe von Hamburg geboren, kam ins Saarland, um Geige und Klavier zu studieren und arbeitet als Dozent an der Musikschule Homburg.

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