Mario Barth mit klaren Worten „So was habe ich noch nie gehabt“ – Streit eskaliert im Publikum bei Mario Barth

Saarbrücken · Rund 4000 Fans begeisterte Komiker Mario Barth bei seinem Auftritt in der Saarbrücker Saarlandhalle. Doch bei Handgreiflichkeiten im Publikum verging sogar ihm der Spaß.

Mario Barth: Darum eskalierte ein Streit im Publikum
Foto: Marko Völke

Die rund 4000 Besucher in der Saarlandhalle Saarbrücken freuten sich am Samstagabend beim Auftritt von Mario Barth auf einen lustigen Abend. Doch dann hagelte es nicht nur Witze und Gags, sondern es gab auch eine Situation, bei dem selbst dem erfahrenen Komiker der Spaß verging: „Ich stehe schon seit 24 Jahren auf der Bühne, aber so was habe ich noch nie gehabt“, sagte er. „Körperliche Angriffe – egal gegen wen – gehen in dieser Zeit gar nicht.“

Damit meinte Barth einige seiner Fans, die es vermutlich aufgrund der miserablen Parkplatz-Situation im Umfeld der Halle nicht rechtzeitig zu Showbeginn geschafft hatten. In der Zwischenzeit hatte jedoch der Veranstalter S-Promotion die so zunächst leer gebliebenen Plätze mit anderen Besuchern besetzt. Als die Nachzügler dann doch ankamen, wurden ihnen Alternativen angeboten; sie beharrten jedoch auf ihren Plätzen.

Spätankömmlinge wurden handgreiflich gegen Security

Nach Berichten von Augenzeugen und dem Veranstalter sollen einige den Security-Mitarbeitern Bier übergeschüttet haben und andere sogar körperlich gegen sie tätig geworden sein. Daraufhin wurden sie der Halle verwiesen. Man habe auch eine Verantwortung gegenüber den anderen 4000 Besuchern und müsse diese schützen, erklärte Barth und erhielt dafür viel Applaus.

Im Vorfeld zu seiner Saarbrücker Show hatte Barth dagegen für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. In der TV-Talkshow „Riverboat“ lästerte er über das Gendern. Und auch in der Saarlandhalle betonte er: „Ich kann nicht gendern, ich habe einen Schulabschluss.“ Aber er stellte auch klar, dass die Frauen zuerst mal exakt so viel Geld verdienen müssten, wie die Männer – und erhielt dafür viel Zuspruch vom Publikum.

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Foto: dpa/Marijan Murat

Neben dem Gendern dürfte man heute aber auch keine „Zigeuner-Soße“ mehr essen und die Pizza Hawaii werde wegen der Diskriminierung der Ananas bald umbenannt. „Anstatt einmal rechts biegen viele beim Autofahren sogar lieber drei Mal links ab“, überlegte er. Und die Kinder dürften heute noch nicht mehr Cowboy und Indianer spielen.

Mario Barth: „Du musst Scheiße bauen, um dich zu entwickeln“

Zudem sei es für die Kleinen wichtig: „Du musst Scheiße bauen, um dich zu entwickeln“, erklärte er dem zehnjährigen Jakob im Publikum. Barth ist inzwischen Patenonkel von acht Kindern und übernehme auch gerne deren Betreuung, wenn die Eltern mal keine Zeit haben. Nur mit Babsi, der besten Freundin seiner Frau und Mutter einer Siebenjährigen, habe er so seine Probleme. Sie habe gewollt, dass er sich mit der Kleinen einen Film mit Tieren aus den 70er Jahren und mit Lerneffekt anschaut und war über Marios Auswahl „Der weiße Hai“ entsetzt. Dabei würde der Film doch alle Kriterien erfüllen und das Kind davon abhalten, beim nächsten Urlaub wieder alleine ins Meer zu gehen, überlegte er.

Auch sonst habe er mit Babsi seine Probleme: Aber: „Ich habe gegen Veganer nichts“, stellte er mehrfach klar. Da sei er tolerant. Wenn sie bei ihr eingeladen seien, trinke er eben den ganzen Abend veganen Gin Tonic.

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Foto: dpa/Jason Moore

„Ich sage, was ich will“

Mario Barth hatte aber auch Tipps für seine Fans parat: Wenn sie zum Beispiel in den sozialen Netzwerken beleidigt werden, sollten sie sich einfach dafür bedanken. Und im Straßenverkehr gelte: „Nicht ärgern lassen.“ In punkto Partnerschaft empfahl er, dass die Männer den Frauen einfach nicht mehr zuhören sollten. „Das ist besser für die Beziehung.“ Und selbst, wenn seine Freundin seinem Auto einen 8600-Euro-Schaden zufügt und dies nur mit „Hopsala“ kommentiert, sehe er darüber einfach hinweg. Zumal sie ihn als Entschuldigung dafür zu einer Wellness-Woche inklusive Vorsorge-Untersuchungen wie einer Darmspiegelung eingeladen habe. Dabei habe er übrigens eine 92-jährige Dame kennengelernt, die ihn zu seinem aktuellen Programm „Männer sind Frauen, manchmal aber auch ... vielleicht“ inspiriert habe. „Ich sage, was ich will“, erklärte sie ihm. Genau so macht es der Komiker auch – und seine Fans lieben ihn dafür.

Als Zugabe der kurzweiligen Show gab Barth dann noch einen Vorgeschmack auf sein nächstes Programm: „Frauen haben mehr Fragen als wir Männer Antworten“, erklärte er. So wollte seine Freundin auf einfache SMS eines Freundes, dass er sich von seiner Frau getrennt habe, gleich wissen, ob er schon eine Neue habe, was aus den Kindern, dem Haus und dem Auto werde.

Mit den Worten „Wir Männer werden am allermeisten diskriminiert“ – inzwischen sei sein Geschlecht eine Randgruppe – beendete Barth unter tosendem Applaus den Abend, den wohl auch er selbst nicht so schnell vergessen wird.

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