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Marc Birkenbach von Saar 05 Saarbrücken hört auf und wird Trainer

Kostenpflichtiger Inhalt: Eine Karriere geht zu Ende : Manuel Neuer ist zwar Weltmeister, aber Marc Birkenbach schwärmt von Saar 05

In der Nationalelf spielte er mit Manuel Neuer, Jérôme Boateng und Sami Khedira: Sie wurden Weltmeister, Marc Birkenbach schaffte es in den Profi-Fußball. Nach 77 Regionalliga- und zehn Drittliga-Einsätzen ist jetzt Schluss. Der Torwart beendet mit 33 Jahren bei Saar 05 Saarbrücken seine Karriere – und wird Trainer.

Er war einer der besten Torhüter, die das Saarland hervorgebracht hat. Marc Birkenbach hat in der Junioren-Nationalmannschaft mit Manuel Neuer und Jérôme Boateng gespielt. Er war Fußball-Profi unter anderem beim 1. FC Saarbrücken, bei der SV Elversberg und beim SV Wehen Wiesbaden. Im vorigen Winter hat er sich nach neun Jahren beim SV Saar 05 Saarbrücken entschlossen, seine Karriere nach der derzeit wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saarlandliga-Saison zu beenden.

„Ich hatte mich so auf das letzte halbe Jahr gefreut. Ich kenne ja in allen Mannschaften der Saarlandliga viele Spieler. Ich wäre zu jedem Auswärtsspiel das letzte Mal gefahren und hätte mich verabschiedet“, erzählt Birkenbach. Letzte Partie in der langen Karriere des 33-Jährigen sollte das Heimspiel des SV Saar 05 Saarbrücken gegen seinen Jugendverein Borussia Neunkirchen sein – mit Abschiedsparty danach und allem Drum und Dran. Doch dann kam das Corona-Virus und warf alles über den Haufen.

Nach der 2:3-Niederlage von Saar 05 am 29. Februar beim FSV Jägersburg wurde die Saison unterbrochen. „Damals scherzten meine Mitspieler noch, dass es mein letztes Spiel gewesen sein könnte. Alle wussten, dass es Corona gab, aber keiner dachte daran, dass die Sache so ernst werden würde“, erinnert sich der in Dudweiler geborene Torwart. Seine ersten Fußballer-Jahre verbrachte er in seinem Heimatort bei der DJK und bei Hellas Bildstock. In der C- und B-Jugend trug er das Trikot von Borussia Neunkirchen. Dann wechselte der Schlussmann zum 1. FC Saarbrücken.

Bälle zog er von klein auf magisch an: Marc Birkenbach hütete als  D-Jugendlicher bei Hellas Bildstock das Tor. Foto: Müller, Elmar

Birkenbachs starke Leistungen in der Saarland-Auswahl wurden von den Trainern der Junioren-Nationalmannschaften gesehen. Von der U 16 bis zur U 20 bekam er Einladungen zu Lehrgängen und spielte mit dem späteren Weltmeister und Welttorhüter Manuel Neuer sowie den Weltmeistern Jérôme Boateng und Sami Khedira. „Das war eine tolle Zeit mit super Erfahrungen. Bei Manuel hat man damals schon gesehen, dass er eine starke Ausbildung hatte und einfach etwas Besonderes ist“, lobt Birkenbach seinen ehemaligen Mannschaftskameraden.

Auch beim 1. FCS lief es gut. Birkenbach wurde in der Saison 2006/2007 Stammtorhüter in der Regionalliga – damals noch die dritte Liga. Doch wie so oft im Profi-Fußball fehlte das berühmte Quäntchen Glück. „In der Winterpause bekam ich Angebote von Bundesligisten – und am Saisonende meldete sich plötzlich keiner mehr. Das Profi-Geschäft ist echt verrückt und unberechenbar. Aber ich trauere nichts nach, es war insgesamt eine super Zeit“, sagte der studierte Gesundheitsmanager.

Wenn Birkenbach von den schönsten und erfolgreichsten Jahren spricht, meint er die neun Jahre beim SV Saar 05 mit der Meisterschaft in der Oberliga und dem Aufstieg in die Regionalliga. „Das war vom Mannschaftsgefüge das Beste, was ich je erlebt habe. Auch die Jahre davor und danach beim SV Saar 05 zähle ich zu den schönsten“, sagt der Torhüter.

Ob vor 35 000 Fans im Ludwigspark im Freundschaftsspiel mit dem 1. FC Saarbrücken gegen Bastian Schweinsteiger und Bayern München (1:5) oder in der Nationalelf: Marc Birkenbach hat viel erlebt. Foto: Andreas Schlichter

Trotz starker Leistungen in der jetzt unterbrochenen Saison hört er auf. „Ich kann mich an Spiele in dieser Saison erinnern, in denen ich richtig gut gehalten habe – und das gab mir noch einmal so ein bisschen Bestätigung. Aber die Motivation hat mit der Zeit nachgelassen. Ich bin nicht mehr so hungrig wie früher, das gilt auch fürs Training. Und da ich entweder etwas richtig mache oder gar nicht, höre ich auf.“

In der kommenden Saison wird Birkenbach Torwart-Trainer bei Saar 05. Gleichzeitig leitet er eine Torwart-Schule. An den Gedanken an ein Karriere-Ende ohne echtes Abschiedsspiel in der Liga und ohne Party aufgrund der Corona-Krise hat er sich gewöhnt. „Ich habe in den vergangenen Wochen realisiert, dass es das dann wohl war. Es ist schade. Ich fände es auch besser, wenn der Verband die Saison jetzt einfach abbricht und im September neu beginnt.“ Ob es dann doch noch ein letztes Spiel für einen herausragenden Torhüter geben wird, ist offen. Es soll ja vorkommen, dass ein Torwart vor einem Spiel kurzfristig ausfällt. Und dann soll der Torwart-Trainer mal vorsichtshalber seine Handschuhe mitbringen. „Das kann vielleicht passieren, aber das wäre nicht dasselbe wie ein richtiger Abschluss. Und wer weiß, ob ich bis dahin überhaupt noch fit bin“, sagt Birkenbach – und lacht.

www.svsaar05.de