Mara Reiter aus Saarbrücken gewann bei Jugend musiziert

Früh übt sich : Ausgezeichnete Leistung am Kontrabass

Die 15-jährige Mara Reiter spielte ursprünglich Geige, vor drei Jahren wechselte sie zum Kontrabass. Mit dem holte sie sich beim Wettbewerb Jugend musiziert einen ersten Preis.

Der Kontrabass gilt als typisches Männerinstrument. Denn auf den ersten Blick glaubt jeder,  dass man Berserkerkräfte braucht, um diesem riesigen Klangkörper irgendwelche Töne abzuringen. Aber das ist natürlich Unsinn. Das beweist unter anderen die 15-jährige Mara Reiter, die jetzt mit dem Kontrabass in ihrer Altersklasse einen ersten Preis beim Wettbewerb Jugend musiziert gewonnen hat.

Vor dreieinhalb Jahren fing sie mit dem Instrument an, was ihr vielleicht etwas leichter als anderen fiel, da sie schon ein Streichinstrument beherrschte, nämlich die Geige. Sie selbst kam auf das größte der Streichinstrumente: „Ich fand das einfach cool, wie das Instrument klingt. Kontrabass klingt für mich viel schöner als ein Cello.“

Klar, mit zwölf konnte sie noch keinen Bass für Erwachsene spielen, aber glücklicherweise gibt es auch kleinere Instrumente. Jetzt, mit 15, sucht sie nach einem „ausgewachsenen“ Kontrabass. Gerne würde Mara Orchestermusik studieren und beruflich in einem Orchester spielen. Den richtigen Lehrer dafür hat sie sicherlich: Alexis Scharff von der Hochschule für Musik.

Ab nächstem Semester ist die Neuntklässlerin des Otto- Hahn-Gymnasiums als Jungstudentin an der HfM eingeschrieben. Im Landes-Jugend-Symphonie-Orchester Saar ist sie derzeit eine von zwei Musikern am Kontrabass, hofft dabei aber auf Verstärkung. Es gebe sogar weiblichen Nachwuchs, sie kenne eine Zwölfjährige, die auch Kontrabass spielt.

Außer im Landes-Jugend-Symphonie-Orchester Saar spielt Mara noch in einem Ensemble für Neue Musik – „das hat aber nicht so viel mit Kontrabass zu tun“, sagt sie. Da habe sie einmal einen Part als Sprecherin gehabt und einmal einen als Geräuschemacherin.

Moderne Musik spiele sie gerne, so etwa „Psy“ von Luciano Berio, das eines ihrer Vortragsstücke bei Jugend musiziert war. Aber Mara ist generell geschmacklich breit aufgestellt, schätzt Schostakowitsch ebenso wie Indie-Pop oder Rap. Derzeit mag sie besonders die britische Singer/Songwriterin Dodie und ist  begeistert von François Rabbath, einem Kontrabassisten und Komponisten, dessen Stücke sie gerne spielt.

Dem Jazz ist Mara nicht abgeneigt, dort spielt ja der Kontrabass als Zupfinstrument eine große Rolle. Ab und und versuche sie sich daran, wenn ihr Klavier spielender großer Bruder zu Besuch ist, aber: „Darin bin ich noch nicht so gut.“ Die Familie ist generell musikalisch: Maras jüngere Schwester spielt Cello, ihre Mutter Querflöte und ihr Vater Klavier und Congas.

Trotzdem fällt es ihr nicht schwer zu behaupten, dass sie die Ambitionierteste von allen ist. Falsche Bescheidenheit ist da auch fehl am Platz bei einer Musikerin, die bei Jugend musiziert in ihrer Altersgruppe alle Jungs hinter sich ließ.

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