Manfred Hoffmann, der Chefunterhändler beim Rathaussturm, machte Karriere in der Karnevalistenszene

Porträt Menschen im Regionalverband : Das Fastnachtsvirus befiel ihn erst spät

Manfred Hoffmann, der Chefunterhändler beim Rathaussturm, machte eine steile Karriere in der Karnevalistenszene.

Als Anführer der Saarbrücker Narrenrunde hatten Manfred Hoffmann und sein Adjudant Ulf Clasen den närrischen Sturm auf das Saarbrücker Rathaus angezettelt. Und weil die Malstatter Karnevalsgesellschaft „Die Molschder Narrekäpp“ (DMNK) in dieser Session 22-jähriges Bestehen feiert, hat die Narrenrunde den DMNK-Präsidenten und seinen Sitzungsleiter vorneweggeschickt.

In Sachen Faasenacht ist Hoffmann ein Spätstarter. Eigentlich ist es sogar nur seiner Enkelin zu verdanken, dass er sich dem Fastnachtsbrauchtum überhaupt verschrieben hat. „Ja, das Enkelsche ist daran schuld“, sagt er.

Partnerin Sabine Kraus kennt die
Hintergründe genauer: „Wir besuchten gemeinsam den Kindermaskenball, und als das Tanzmariechen auftrat, sagte unsere Selina: ,Oma,
so schön möchte ich auch einmal tanzen.“ Das war vor elf Jahren und mit Selina Kraus, die sich längst ihren Traum erfüllt hat, Tanzmariechen zu sein, zog es fast die ganze Familie mit zu den Narrekäpp. Manfred Hoffmann: „Alle drei Kinder und zwei der Enkel sind im Verein aktiv.“

Der Ruheständler, ein gelernter Fester- und Rollladenbauer, hat sich bereits kurz nach dem Vereinseintritt ehrenamtlich engagiert. So war der heute 67-Jährige schon bald Stellvertreter der damaligen Präsidentin Christel Scherer, und das anderthalb Jahre lang.

Als Scherer sich nicht mehr zur Wahl stellte, übernahm Hoffmann 2014 das Präsidenten-Amt, nachdem ihn die Versammlung mit mehr als Dreiviertel der Stimmen gewählt hatte. Als Mann des Wortes war er nicht so oft auf der Karnevalistenbühne zu erleben. Der Fastnachter fühlt sich im Männerballett der Molschder Narrekäpp wohler, mit dem er bereits einige Auftritte hatte.

Am Rosenmontag sind die Molschder Narrekäpp beim Umzug der „Mir sin do“ Burbach selbstverständlich dabei. Die Teilnahme beim großen Bohei im Nachbarort ist für die Molschder Karnevalisten seit vielen Jahren Pflichtveranstaltung geworden.

Dieses Mal hat Präsident Manfred Hoffmann aus dem Umzug heraus dem närrischen Publikum den erbeuteten hölzernen Rathaus-Schlüssel präsentiert. Auch wenn der ein wenig gelitten hat. Nach den Übergabeverhandlungen mit der Oberbürgermeisterin ist Hoffmann klar, warum der Schlüssel ramponiert aussieht: „Es Charlotte hat sich am Fetten Donnerstag unglaublich fest daran geklammert.“

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