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| 20:24 Uhr

Kultur verbindet
„Man muss schon ein bisschen verrückt sein“

Organist Andreas Mehs an der Orgel in der Eligiuskirche in Vðlklingen.
Organist Andreas Mehs an der Orgel in der Eligiuskirche in Vðlklingen. FOTO: BeckerBredel
Regionalverband . Der Eurodistrict verlieh Preise für grenzüberschreitendes Engagement. Die SZ präsentiert die Preisträger, heute: den Organisten Andreas Mehs. Von Isabell Nina Schirra

„Um Kirchenmusiker zu werden, muss man schon ein bisschen verrückt sein“, sagt  Andreas Mehs und lacht. Neben musikalischem Talent braucht es vor allem auch eine gewisse Affinität zum Glauben und zur Kirche. Andreas Mehs bringt all das mit. Privaten Klavier- und Orgelunterricht erhielt er bereits zu seiner Schulzeit. Der heute 45-Jährige studierte Kirchenmusik an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater. Seit 1998 wirkt er als hauptamtlicher Kirchenmusiker an der katholischen Pfarrkirche St.Eliglius in Völklingen. Und er macht das „schon auch aus Liebe“, wie er weiter erklärt.

Das Thema Kirchenmusik begleitet Andreas Mehs also schon fast sein ganzes Leben lang. Mit dem Thema grenzüberschreitendes Engagement sieht es da anders aus. Erst durch das grenzüberschreitende Orgel-Festival ist er damit so wirklich in Kontakt gekommen. „Vorher habe ich das alles einfach nicht so stark wahrgenommen“, sagt Mehs. Durch das Festival wurde es immer wichtiger für ihn, Grenzen abzubauen sowie seinen Nachbarn kennen und schätzen zu lernen. So wie das Festival durch Andreas Mehs gewachsen ist, ist auch er am Orgel-Festival gewachsen. Eine symbiotische Beziehung quasi.

Das grenzüberschreitende Orgel-Festival wurde auf Initiative der Partnerstädte Völklingen und Forbach ins Leben gerufen. Dieses Jahr fand das Festival bereits zum 17. Mal statt. Die Idee dazu entstand, weil man die Städtepartnerschaft mit mehreren grenzüberschreitenden Projekten erneuern wollte. Ein Orgel-Festival lag nahe: Sowohl in Völklingen, als auch in Forbach gibt es wunderschöne, phantastische Orgeln. Hinzu kommen engagierte Organisten mit hervorragendem Orgelspiel und eine lebendige Orgel-Musikszene in beiden Städten. Andreas Mehs ist sich bewusst, dass die Städte und Kommunen sparen müssen. Umso dankbarer ist er, dass die Musik dennoch gefördert wird – die Städte finanzieren einen Großteil des Festivals. Gleichzeitig macht es ihn auch stolz, dass die Städte sich ausgerechnet für die Orgelmusik entschieden haben. Denn diese führt noch immer ein Nischendasein.

Andreas Mehs ist von Anfang an dabei. Er organisiert das Festival gemeinsam mit Rheinhard Ardelt und den französischen Kollegen Thierry Ferré und Annette Phillip – auch im Namen derer nahm Mehs den Preis für grenzüberschreitendes Engagement an. „Gerade wenn es um grenz­überschreitende Zusammenarbeit geht, kann man niemals alleine arbeiten“, betont Mehs. Seit den Anfängen ist viel passiert.

Mittlerweile lockt das Festival um die 1500 Besucher nach Völklingen und Forbach. Neben Orgelkonzerten, Orgelspaziergängen und einer Masterclass für Organisten gibt es auch Aktionen in Schulen und einen Auftritt des grenzüberschreitenden Projektchors.

„Die Musik verbindet“, erzählt Mehs. Das Festival sprengt Grenzen – nicht nur nationale, sondern auch die der Sprache und Konfession; Gewohnheiten und Konventionen werden hinterfragt. Vor allem durch den Chor sind viele private Freundschaften gewachsen. Gegenseitige Besuche finden auch außerhalb des Festivals statt. Und auch für Mehs Arbeit hat sich viel durch das Festival ergeben.

Für ihn ist es etwas Besonderes, solch eine Chance zu bekommen. Er kann immer wieder neue Impulse mitnehmen. Er kommt aus seinem Alltagstrott aus Chor und Gottesdiensten heraus und „kann Dinge tun, die ein normaler Kirchenmusiker nicht tun kann“.

Auch deswegen freut er sich auf viele weitere Ausgaben des grenz­überschreitenden Orgel-Festivals in Völklingen und Forbach.