Maler, Lackierer, Gastwirt: Dieter Welte wird für Bud Spencer gehalten

Dieter Welte aus Bildstock : Doppelgänger mit Charme und Kraft

Der Bildstocker Dieter Welte wird häufig mit Bud Spencer verwechselt. Sein Hobby: Er hält Schildkröten und Schlangen.

Wer Dieter Welte sieht, erkennt sofort, warum er den Spitznamen „Bud Zulu“ trägt. Die Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Bud Spencer ist frappierend. „Ich war schon als Jugendlicher so stämmig“, erzählt der 63-Jährige, der in Bildstock geboren wurde und noch immer dort lebt. Nebenberuflich betreibt der gelernte Maler und Lackierer eine kleine Kneipe. „Das brauche ich als Ausgleich zu meinem Beruf. Hier fühle ich mich wohl“, sagt er. „Bud Zulus Western Red Hill Saloon“ heißt das gemütliche Kneipchen neben der Reithalle am Westschacht in Bildstock. Dort treffen wir Bud am Tresen, wo er gern mit seinen Gästen plaudert. Trotz seiner stämmigen Figur war Welte immer sehr sportlich. „Im Alter von 15 Jahren habe ich mit Ringen und Gewichtheben begonnen und war viele Jahre Schwergewichtsringer beim KSV Elversberg. Ich schaffte es sogar bis zu den deutschen Meisterschaften, wo ich Dritter wurde.“ Viele Jahre hat er Sport getrieben, bis er im Jahr 2001 als 46-Jähriger seinen letzten Wettkampf im so genannten Bankdrücken bestritt. „Ich hatte einfach immer noch genug Kraft.“ Als Jugendlicher waren seine Vorbilder Tarzan, Herkules oder Winnetou. „Alles tapfere Helden, die für Stärke, Gerechtigkeit und Fairness standen.“ Irgendwann einmal sah er dann einen Film mit Bud Spencer und mochte dieses kauzige Raubein sehr. „Der sieht ja aus wie ich“, stellte er damals überrascht fest und ließ sich einen Bart stehen. Diese Ähnlichkeit bemerkten nun auch schnell die Menschen in seinem Umfeld. „Immer wieder kam es vor, dass Passanten plötzlich stutzten, sich nach mir umdrehten und anfingen, zu tuscheln: Hast du gesehen, da läuft Bud Spencer. Das hat mich natürlich sehr amüsiert.“ Von seinem Malerbetrieb lebt Welte, aber seine Leidenschaft gehört seinem Saloon und seinen Tieren. Reptilien haben es ihm angetan, so hält er sich in Gehegen und Becken stattliche Land- und Wasserschildkröten, unter ihnen eine fast 50 Kilo schwere Seychellen-Riesenschildkröte oder eine afrikanische Spornschildkröte. Drei Anacondas und eine junge Boa Constrictor gehören auch zur Familie. „Nur bei Spinnen springe ich auf den Tisch, die mag ich nicht“, sagt der stattliche Mann. „Urlaub ist da natürlich nicht drin. Aber bei schönem Wetter setze ich mich auf mein Motorrad und mache einfach eine Tour“, erzählt er.

Am meisten Spaß hat er jedoch, wenn er als „Bud Zulu“ unterwegs ist. Ausgestattet mit einer zotteligen Jacke und einer Melone auf dem Kopf nimmt er an Umzügen und Veranstaltungen teil und begeistert so die Menschen.

„Das bisher tollste Erlebnis war meine Begegnung mit Terence Hill im letzten August. Der besuchte an dem Tag Worms, und Tausende Menschen waren dort, um ihn zu sehen. Freunde haben mich dazu überredet, auch hinzufahren. Die Menschen haben mich fast erdrückt vor Freude, viele wollten sich mit mir fotografieren, sogar Autogramme und Interviews musste ich geben. Terence Hill strahlte bei meinem Anblick und rief: ,Bud, my old friend!’.“ Ein Jugendtraum ging da in Erfüllung, und im Saloon zeugen viele Fotos von dieser Begegnung. Wer möchte, kann sich am 30. April persönlich davon erzählen lassen, wenn Bud wieder zu Livemusik von Dennis Becker in seinen Saloon einlädt. Eine Mischung aus Country, Rock und Pop wird sicher wieder für ein volles Haus und ausgelassene Stimmung sorgen und die Gäste unterhalten. Und wenn man dann schon da ist, sollte man unbedingt Buds legendäre Bohnen mit Ei und Speck probieren. „Ein Tag ohne Bohnen ist wie ein Tag ohne Sonne“, sagt er lachend.

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