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„Mal eben schnell“ und der Köpfer der Mülltonne

Wenn’s in der Nacht scheppert : „Mal eben schnell“ und der Köpfer der Mülltonne

„Das mach ich doch mit der linken Hand“ ist mitunter ein vorschneller Gedanke, der zu Scheppern in der Nacht und unnötiger Arbeit gleich mit beiden klammen Händen führen kann.

Ja, klar, ich hätte es wissen müssen. Aber da ist dieser innere Zwang, vielleicht eine genetische Programmierung, dass ich immer wieder auf diese eine Person hereinfalle, der ich doch eigentlich vertrauen sollte. Auf mich selbst. Immer wenn ich denke, jetzt könnte ich dies oder das „mal eben schnell“ so zwischendrin erledigen, dann wird nichts aus diesem „eben schnell“ – scheint so eine Art persönliches Murphys Law zu sein. Wie neulich, als ich, nach 23 Uhr, vom Heringsessen zurückkam. Da fiel mir ein, dass ich die grüne Tonne noch an den Straßenrand ziehen musste. Die war aber allenfalls ein Viertel voll, und da stand noch dieser große Plastiksack randvoll mit altem Laub. Also, ganz klar, „mal eben schnell“, trotz Regen und Kälte, das Laub in die Tonne gekloppt ... Blöd halt, dass der Sack offenbar seit Tagen offen stand. Seit Regentagen. Was das Laub zu einem sehr großen, sehr nassen und seeehr schweren Riesenklumpen geformt hatte. Also erstmal den Sack auf die graue Tonne wuchten, um ihn von dort aus in die grüne Tonne zu leeren. Vielleicht hätte ich ja ins Kalkül ziehen sollen, dass es direkt hinter den Mülltonnen gut einen Meter fünfzig auf einen schmalen Betonweg des Nachbargrundstücks runtergeht. Wegen diverser Arbeiten derzeit ohne Geländer. Und beim Wuchten des Laubsacks auf die graue Tonne muss ich wohl etwas geschwächelt haben, so dass ich die Tonne mehr so von schräg oben anstieß ... Sie können sich denken, was passierte: Die Tonne machte einen Salto rückwärts und einen astreinen Köpper auf den Betonweg hinunter – wäre es Wasserspringen gewesen, die Juroren hätten sicher alle 9,5 Punkte gegeben. Wie viele Punkte die Nachbarn fürs nächtliche Scheppern gaben, weiß ich allerdings nicht. Als Zugabe zum Köpfer ergossen sich die in der grauen Tonne gesammelten Müllsäcke während des Absturzes auf das Nachbargrundstück. Also mit inzwischen immer klammer werdenden Fingern den Müll wieder einsammeln und die Tonne irgendwie die Treppe zur Straße hochschaffen. Ach ja, und dann natürlich mal eben schnell noch das Laub in die grüne Tonne stopfen ...