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40. Filmfestival Max Ophüls Preis
400 Gitterboxen gliedern diesmal Lolas Bistro

 Das Foyer von Lolas Bistro ist auch Schauplatz des Vorverkaufs beim 40. Filmfestival Max Ophüls Preis.
Das Foyer von Lolas Bistro ist auch Schauplatz des Vorverkaufs beim 40. Filmfestival Max Ophüls Preis. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Filmer und Fans des Ophüls-Festivals treffen sich in einer ehemaligen Industrieetage am Eurobahnhof – einem Ort mit besonderem Charme. Von Silvia Buss

So groß und so solide war Lolas Bistro wohl noch nie. „Der Boden kann zwei Tonnen pro Quadratmeter aushalten“, sagt Sebastian Jochum bei einem Spaziergang durch die rund 3600 Quadratmeter große Etage in der ehemaligen Hauptpost am Eurobahnhof. Dort beginnt am Dienstagabend ab 21 Uhr das Nachtleben des Festivals Max Ophüls Preis. Theoretisch könnten die Besucher es dort also so richtig krachen lassen. Doch für Jochum, der mit vielen Helfern von drei Event-Firmen seit dem 1. Januar dabei ist, die Verwandlung der Industrieetage in einen Festivalclub voranzutreiben, hat die Stabilität vor allem einen Vorzug: „Wir können hier auch mit einem Gabel­stabler reinfahren, das hat uns die Arbeit doch sehr erleichtert“, sagt der Veranstaltungsleiter.


Etwa 200 Europaletten haben seine Mitarbeiter über Rampen in den dritten Stock hochgekarrt. Sie dienen den Club-Besuchern, mit Kissen bestückt, als Sitzbänke. Hinzu kommen 400 Metall-Gitterboxen. „Sie werden normalerweise in der Industrie benutzt, um zum Beispiel Getriebe oder andere Autoteile zu transportieren“, erklärt Jochum.

Oliver Häfele, der für die Inneneinrichtung des Festivalclubs zuständig ist, verwendet sie als Raumteiler. Damit lassen sich nicht nur die riesigen Räume strukturieren. Sie werden übereinandergestapelt auch als Theken und Bühnen-Kulisse genutzt. Manche der grauen Metallboxen, die leere 1000-Liter-Plastikcontainer für den Transport von Flüssigkeiten enthalten, werden von innen bunt beleuchtet, andere mit Filmutensilien geschmückt.



Man wolle aber nicht zu viel künstlichen Schnickschnack in die ehemalige Industrieetage hineinbringen, sondern die Rohheit des Ortes bestehen lassen, sagt Jochum zu diesem „Industrial Design“ mit rauem Charme, das in der Blauen Stunde teilweise schon zu besichtigen war.

Im Vergleich zum vorherigen Club-Standort, dem Ex-C&A-Gebäude habe man hier nicht nur mehr Platz, sondern vier getrennte Räume, schwärmt Jochum von den Vorzügen der Ex-Post. Während im 600 Quadratmeter großen Clubraum zu lauter DJ-Musik gefeiert und getanzt wird, hat man im Foyer etwas mehr Ruhe, um miteinander zu reden. Auch der Raum für die SR-Mitternachtstalks (täglich ab 23 Uhr) wird akustisch besser geschützt sein. Im allergrößten Raum, hinter der Party-Zone, wird die Festivallogistik untergebracht. Hier soll auch ein Filmteam Quartier beziehen, das während des Festivals einen Spielfilm dreht, sowie ein Fotografenteam, das mit einer historischen Technik Fotoshootings mit Künstlern und Club-Besuchern macht. Sogar einen überdachten Raucherbereich hat Lolas Bistro diesmal: Er ist auf den Laderampen vor der Eingangstür mit Blick auf die Bahnhofsgleise, wo ein Foodtruck Verköstigung anbietet und man sein Fahrrad abstellen kann. Nur noch einmal schlafen, dann kann der Sturm auf Lolas Bistro beginnen.

Lolas Bistro öffnet dienstags bis freitags jeweils um 21 Uhr. Der Eintritt in den Filmer- und Fantreffpunkt des 40. Max-Ophüls-Festivals kostet fünf Euro. Für Inhaber von Festivalpässen und bei Vorlage von fünf Online-Tickets ist der Eintritt frei.