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Einwegbecher
Lob für Uni-Tag ohne Wegwerfbecher

Kaffee zum Mitnehmen ist in. Aber die Kritik daran wächst wie die Müllberge. Deshalb setzte das Studentenwerk ein Zeichen.
Kaffee zum Mitnehmen ist in. Aber die Kritik daran wächst wie die Müllberge. Deshalb setzte das Studentenwerk ein Zeichen. FOTO: Uwe Zucchi / dpa
Saarbrücken. Wiederverwendbare Becher statt Wegwerfpappe: Für diese Lösung gegen Kaffeedurst wirbt das Studentenwerk – und hat ein großes Ziel.

Am Mittwoch standen  einige Studierende der Universität vor einem Rätsel: Die Einwegbecher in der Mensa waren weg. In Deutschland werden pro Jahr 2,8 Milliarden Pappbecher verbraucht (Quelle: Deutsche Umwelthilfe). Das sind 320 000 Stück pro Stunde. Besonders an großen Institutionen wie den Universitäten nutzen viele die Becher zum Mitnehmen. Und das ist erst der Anfang des weltweiten Müllproblems. Es führt dazu, dass im Grundwasser bereits Spuren von schädlichem Mikroplastik zu finden sind. Um darauf aufmerksam zu machen, hat das Studentenwerk in der Mensa für den Mittwoch einen einwegbecherfreien Tag organisiert. Statt der Pappbecher mit Plastikdeckel gab es Mehrwegbehälter. Gegen eine Spende gab es die wiederverwendbaren Becher.



Felix Göbels studiert Sportwissenschaften und hat von der Aktion gelesen, aber wegen der anstehenden Klausuren andere Dinge im Kopf: „Ich finde das natürlich gut, aber man wählt oft die bequemere Variante. Bei uns im Waldhaus-Wohnheim ärgert mich, dass man noch nicht mal den Müll trennt.“

Die Becher-Aktion kommt bei den Studierenden gut an, auch wenn viele zugeben müssen, dass sie es nicht konsequent schaffen, auf Einwegverpackungen zu verzichten. „Immer noch einen Becher in der Tasche mitzunehmen, ist mir meistens zu umständlich“, sagt Lisa, BWL-Studentin.

Für Frank Wagner stellt sich die „Becherfrage“ selten: „Ich trinke keinen Kaffee, aber wenn ich mir mal einen Kakao hole, dann in meinem eigenen Becher. Der Kakao schmeckt auch in dieser beschichteten Pappe einfach nicht“, sagt der Student während des Mittagessens.

Auch Bernhard, ehemaliger Student, versucht, Plastikmüll im Alltag zu vermeiden. Wenn er Tüten habe, benutze er sie auch noch als Mülltüten.

Heike Savelkouls-Diener vom Studentenwerk ist Organisatorin und Initiatorin dieser Aktion. Ihre Visionen führen aber noch viel weiter. „Das langfristige Ziel ist natürlich, in der Mensa ganz auf Einwegbecher zu verzichten“, sagt sie, an anderen Unis gibt es schon Vorzeigeprojekte.

Das ist zwar ein kleiner Schritt. Aber mit dem Einwegbecher verschwindet auch „das Symbol einer Gesellschaft, die Verbraucher zum Wegwerfen animiert und ihnen die Notwendigkeit maximaler Flexibilität vortäuscht“. So formulieren es das Umwelt- und das Bildungsministerium in ihrer Aktion „Becherheld – Mehrweg to go“.

Die Idee: Ein „Becherheld“ spart zehn Cent, wenn er sich den Kaffee im eigenen Becher holt, auch einige Cafés an der Uni und die Mensa bieten diesen Vorteil ab sofort an.

Frank Wagner
Frank Wagner FOTO: Nicole Burkhardt