Zwei Schwerverletzte: Lkw steckt unter Eisenbahnbrücke fest

Zwei Schwerverletzte : Lkw steckt unter Eisenbahnbrücke fest

Zwei Schwerverletzte und hoher Sachschaden sowie Behinderungen im Straßenverkehr sind das Ergebnis eines Unfalls gestern Mittag in Bahnhofsnähe. Ein Container-Lkw war mit ausgefahrenem Greifarm  an einer Bahnbrücke hängengeblieben.

Es war ein spektakulärer Unfall, der sich da gestern Mittag im Quierschieder Weg an der Eisenbahnbrücke in Richtung Bahnhof/Klinik ereignete.

Das Führerhaus ist zertrümmert, die Rückspiegel sind abgebrochen, überall liegt Glas. Einige Schaulustige sammeln sich an der Eisenbahnbrücke über den Quierschieder Weg. Der Grund: Kurz vor 12 Uhr kollidierte  gestern ein Container-Lkw einer Entsorgungsfirma in Fahrtrichtung Innenstadt mit der Brücke. Dabei blieb der ausgefahrene Greifarm samt Haken an der Unterseite des Stahlbauwerks hängen. Gegenüber der SZ konnte der Sulzbacher Polizeichef Hans Peter Komp am Unfallort unter Brücke weder technisches noch menschliches Versagen als Unfallursache ausschließen.

Der hintere Teil des Gefährts stieß derart heftig gegen die Brücke, sodass der vordere Teil mit dem Fahrerhaus durch die ausgeübte Kraft aufgebockt und nach oben gedrückt wurde. Er krachte gegen die Brücke und dann auf die Fahrbahn, wobei des Fahrerhaus nach vorne auf die Straße kippte. Bei dem Aufprall erlitten die beiden Insassen ihre schweren Verletzungen. Das berichtete der Erste Polizeihauptkommissar Komp weiter.

Der Fahrer wurde eingeklemmt und von Mitgliedern der Feuerwehren Sulzbach-Mitte, Altenwald und Neuweiler befreit. Lebensgefahr besteht jedoch nicht, teilte die Pressestelle der Polizeiinspektion Sulzbach am Mittag schriftlich mit. Der Beifahrer erlitt leichtere Verletzungen, beide kommen zur Untersuchung ins Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg. Weitere Personen werden nicht verletzt.

Der Lkw verliert Öl, das von den Einsatzkräften der drei Sulzbacher Löschbezirke (Mitte, Neuweiler und Altenwald) abgepumpt wird. So soll die Explosionsgefahr verringert werden, erklärt Sulzbachs Wehrführer Richard Plein vor Ort gegenüber der SZ. Seine Kameraden hätten zudem den Dieselkraftstoff aus dem Tank des verunglückten Lastwagens abgepumpt und in Plastikfässern aufgefangen.

Der Unfallbereich um den unter der Brücke stecken gebliebenen Lkw wird über mehrere Stunden gesperrt. Polizeibeamte regeln den Verkehr. Autos müssen aus Richtung Hühnerfelder Kreisel/Vopeliusbad an der Abbiegung in den Fischbacher Weg einfahren; aus Richtung Innenstadt geht es an der Ampel An der Klinik rechts durch die Lazarettstraße weiter Richtung Innenstadt. An der Einbiegung Am Bahnhof stehen Polizeibeamte und weisen den Autofahren den Weg über Am Bahnhof in Richtung Salmstraße.

Als relativ aufwendig erweist sich die Bergung des Unglückslasters. Ein Spezialabschleppwagen muss angefordert werden. Dessen Fahrer stellt vor Ort fest, dass die Hydraulik des Greifarms ausgefallen ist. Gemeinsam mit einem Kollegen löst er das Problem, dann kann der  Greifarm eingeklappt werden. Danach wird der Container-Lkw, an dem augenscheinlich Totalschaden entstanden ist, abtransportiert.

Schäden sind auch an der Eisenbahnbrücke entstanden. Allerdings nicht an der Konstruktion, wie Arno Schnur, Notfallmanager bei DB Netze, der SZ gestern vor Ort bestätigte. Nach einer ersten Untersuchung hätten sich lediglich an der Unterseite der Brücke einige Teile gelockert, an Schweißnähten seien Risse entstanden. Diese Schweißpunkte  müssten ausgebessert werden, aber da gebe es keinen Zeitdruck, der Bahnverkehr könne wie gehabt fahren. Vorsorglich habe man den Güterverkehr auf Gleis 6 gestoppt, auch um eventuelle Schäden auf der Brücke und dem Gleiskörper begutachten zu können. Am Brückenbauwerk selbst  seien keine größeren Schäden entstanden, tragende Teile seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung