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Trail
Laufend durch die Bergbau-Geschichte

Der Anstieg zur Bergehalde in Göttelborn verlangte den Teilnehmern im Vorjahr alles ab. Auf dem Weg nach oben wurde es für manchen Läufer einsam. Insgesamt machten 2017 knapp 800 Teilnehmer beim Hartfüßler-Trail mit.
Der Anstieg zur Bergehalde in Göttelborn verlangte den Teilnehmern im Vorjahr alles ab. Auf dem Weg nach oben wurde es für manchen Läufer einsam. Insgesamt machten 2017 knapp 800 Teilnehmer beim Hartfüßler-Trail mit. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken. Der Hartfüßler-Trail lockt knapp 800 Extremläufer aus der ganzen Welt auf Bergehalden im Saarland. Von Lucas Jost

Bis an die Grenzen gehen. Sich einen Weg durch den Urwald bahnen – der Kampf gegen die Natur. Menschen kennenlernen. Oder einfach eine Trainingseinheit in unwegsamem Gelände einlegen. Die Motivation der knapp 800 Teilnehmer, die am kommenden Sonntag, 26. August, bei der siebten Ausgabe des RAG-Hartfüßler-Trails teilnehmen werden, ist unterschiedlich. Sie alle vereinen jedoch zwei Dinge. Zum einen der familiäre Gedanke. „Das Schöne am Trail-Laufen ist der gegenseitige Respekt. Diesen Geist versuchen wir zu transportieren. Das passt zum Thema Bergbau. Sich auf die Anderen verlassen, gemeinsam schwitzen und arbeiten, aber auch gemeinsam feiern“, erklärt Hendrik Dörr, Vorsitzender des Ausrichtervereins Hartfüßler-Trail. Und zum anderen die Aussicht, die saarländische Bergbau-Geschichte aus einer besonderen Perspektive zu erleben. „Die Strecke ist einzigartig. Die schwarzen Pfade, die Bergbau-Folgelandschaften, der Urwald vor den Toren der Stadt, die Single-Trails. Die schwarzen Halden sind sicher ein Höhepunkt“, sagt Dörr: „Es ist die Mischung zwischen Natur und Industriekultur. Die ehemalige Industrie, die von der Natur zurückerobert wird.“


Ausgehend von der Grubensiedlung Von der Heydt führen vier Distanzen die Teilnehmer auf eine Rundreise vorbei an Relikten der Montanindustrie. Die kleinste Strecke ist 7,5 Kilometer lang. 133 Hartgesottene haben sich für eine 58 Kilometer lange Schleife entschieden, die sie am Absinkweiher Frommersbachtal, über die Halde Viktoria in Püttlingen, durch den Urwald vor den Toren der Stadt, über die Halde „Kleine Fuji“, durch das Herz des Saarkohlenwalds und am Förderturm Göttelborn vorbei führt.

„Wir haben kurze und knackige Anstiege. Dazwischen immer gut laufbare Abschnitte. Trotzdem ist es durch Single-Trails und schmale Pfade anspruchsvoll. Man muss auch mal über einen Baum klettern. Wir laufen keine Waldautobahn“, erklärt Dörr. Diese Streckenführung lockt ein internationales Publikum an. Teilnehmer kommen aus Belgien, Holland und der Schweiz. Aber auch US-Amerikaner sind dabei. Aus Ecuador reist Paola Uquillas an. Und mit Roberto Sancho Martinez ist ein spanischer Trail-Läufer am Start, der den saarländischen Streckenrekordhalter Martin Schedler herausfordern wird. Der Eppelborner Extremläufer ist beim Hartfüßler-Trail unbesiegt. Der Titelverteidiger benötigte 2017 für die 58 Kilometer lange Strecke 4:59:55,6 Stunden.



Der 58-Kilometer-Lauf beginnt um 9 Uhr. Eine Stunde später fällt der Startschuss für die 30-Kilometer-Runde. Auf die restlichen Strecken starten die Läufer gemeinsam um 11 Uhr.