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Landesmedienanstalt hat Game Award Saar verliehen

Game Award Saar : Medienanstalt zeichnet Entwickler von Computerspielen aus

Zum zweiten Mal hat die Landesmedienanstalt Saarland den Game Award Saar vergeben.

Für viele Menschen haben Computerspiele immer noch etwas Anrüchiges – sind das nicht jene Medien, die Kinder süchtig machen oder zumindest deren Konzentration in der Schule stören? Die in den schlimmsten Fällen sogar Psychopathen zu Amokläufen inspirieren? Die negativen Aspekte der sogenannten Games wurden auch bei der zweiten Preisverleihung des Game Award Saar thematisiert. Die Preisverleihung richtet sich an die Entwickler von Computerspielen.

Nach den Attentaten von Christchurch und Halle, beide von „Gamern“ begangen und wie ein Ballerspiel inszeniert, müsse man auch auf die Risiken von Computerspielen aufmerksam machen, sagte Jörg Ukrow, der stellvertretende Direktor der Landesmedienanstalt Saarland (LMS), wo die Preisverleihung stattfand. Selbstverständlich sei es aber falsch, jeden Gamer unter Generalverdacht zu stellen.

Ins Leben gerufen wurde der Game Award Saar noch vom damaligen Direktor der LMS und jetzigen Oberbürgermeister Saarbrückens, Uwe Conradt (CDU). Dieser ließ es sich nicht nehmen, humorvoll auf die positiven Seiten der Games hinzuweisen: „Wo hat man gelernt, Städte zu planen und zu bauen oder die Feuerwehr zu führen?“. Das spielte darauf an, dass Städtesimulationen durchaus beliebte Games sind. Nun habe er aber alle Spiele von seinem Handy gelöscht, um sich ganz auf seine Heimatstadt zu fokussieren. Dennoch: „Spielen gehört zum Menschsein dazu.“ Das Saarland sei jetzt durch den Award zu einem Punkt auf der Gamer-Landkarte geworden. Ammar Alkassar, der Bevollmächtigte der Landesregierung für Innovation und Strategie, stellte heraus, dass Spiele-Entwickler im Saarland durch Förderung, Kontakt zu Experten und Wissenschaftlern einen Standortvorteil besäßen.

Die Jury-Mitglieder des Awards, Petra Fröhlich, Bernd Berheide und Hans Böhme, konnten sich nur per Videoeinspielung vorstellen. Sie hatten sich beim mit 500 Euro dotierten Kinderpreis für den jungen Jonathan Zeller und sein „Racing Game“ entschieden. Den Nachwuchspreis von 1000 Euro gewann der 18-jährige Julius Herrmann mit dem Spiel Switchy Roads, einem dreidimensionalen Puzzle- und Reaktionsspiel. Von der Sparkasse Saarbrücken wurde der Gründerpreis gestiftet: Die 10 000 Euro gingen an die Trierer Firma battyRabbit von Sebastian Krause und Tobias Borns, die „Skuggor“, ein dreidimensionales Mystery-Abenteuer aus der Ich-Perspektive geplant hat.

Auch noch nicht fertig, aber schon im Prototyp-Status ist „Lacuna“ von Jasmin Pfeiffer und Julian Colbus. Der Spieler versetzt sich dabei in die Person des Agenten Neil Conrad, der einen politisch hochbrisanten Mordfall aufdecken muss. Die Jury attestierte dem Game „Exzellenz in allen Bereichen, Detailverliebtheit sowie einen fesselnden Soundtrack“. „Lacuna“ gewann den mit 10 000 Euro dotierten Prototyp-Preis, 2021 soll es fertig werden.

Der Preis für das beste Spiel, ebenfalls dotiert mit 10 000 Euro, ging an „Nordlicht“ von Johanna Puhl und Justus Henne. Das Game ist als Familienspiel gedacht und im Bilderbuch-Stil designt. Ein Mädchen, ihr Vater und ein Meerschweinchen machen sich dabei auf eine geheimnisvolle Reise.
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