LAG Kommunale Frauenbeauftragte Saarland: Mehr Gleichstellungsarbeit auf dem Land

Regionalentwicklung : Frauenbeauftragte: Mehr Gleichstellung auf dem Land

Gleichstellungsarbeit spiele in der Diskussion um ländliche Entwicklung nur eine untergeordnete Rolle, erklärt die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen anlässlich der Veröffentlichung einer Studie, die die BAG erstellen ließ.

Nach wie vor würden traditionelle Rollenbilder, eine eingeschränkte Mobilität und eine erschwerte Vereinbarung von Beruf und Familie eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen aus dem ländlichen Raum begrenzen. Die Studie verdeutliche, dass eine Stärkung der kommunalen Gleichstellungsarbeit „längst überfällig ist“, sagt auch Heike Neurohr-Kleer, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) kommunaler Frauenbeauftragter im Saarland. An der Studie waren auch Frauenbeauftragte der Landkreise Merzig-Wadern, Neunkirchen und St. Wendel beteiligt.

Die LAG fordert, dass Gleichstellung als „Querschnittsaufgabe“ in den Verwaltungen verankert werde. Für eine bessere Teilhabe müssten zudem (infra-)strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu zähle ein Krippen- und Kitaplaner mit verbindlichen Zusagen, so Neurohr-Kleer. Das setze aber ein ausreichendes Platzangebot voraus. Zudem müsse es einen günstigen öffentlichen Personennahverkehr mit abgestimmter Taktung geben und für Alleinerziehende, Familien und Senioren „bezahlbaren Wohnraum“. Soziale Berufe sollen besser bezahlt werden. Für pflegende Angehörige müsse es ein flächendeckendes Unterstützungssystem geben. Weiter fordert die LAG die Abschaffung des Ehegattensplittings, eine steuerliche Entlastung für Alleinerziehende sowie weniger Minijobs.