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Christkindl-Markt
Kurzer Advent schmälert die Marktbilanz

Die Buden auf dem St. Johanner Markt öffnen noch bis 23. Dezember. Auf der Bahnhofstraße sind die Hütten und Karussells sogar bis zum 30. Dezember zu finden.
Die Buden auf dem St. Johanner Markt öffnen noch bis 23. Dezember. Auf der Bahnhofstraße sind die Hütten und Karussells sogar bis zum 30. Dezember zu finden. FOTO: Rich Serra
St. Johann. Budenstadt und fliegender Weihnachtsmann locken aber am besten Samstag 100 000 Besucher auf die Einkaufsmeile.

Beim Saarbrücker Christkindl-Markt war der letzte zugleich der beste Sonntag dieser Saison. Rund 60 000 Menschen bevölkerten vorgestern die Bahnhofstraße, den St. Johanner Markt und die umliegenden Teile der Innenstadt. Sei es aus Freude an vorweihnachtlicher Marktromantik oder auf der Suche nach Geschenken. Alexander Hauck ist als Geschäftsführer des Veranstalters, des Verkehrsvereins Saarbrücken, auch Organisator des Marktes. Größter Massenmagnet überhaupt war in diesem Jahr der extralange Einkaufsamstag am 9. Dezember.


Vor zehn Tagen strömten rund 100 000 Frauen, Männer und Kinder durch die wichtigste Einkaufsmeile des Saarlandes. Sogar gegen Mitternacht war noch jede Menge los. Damit zeichnet sich ab, dass die Saison 2017 im langjährigen Vergleich der Märkte im oberen Drittel landen dürfte.

In die Spitze schafft’s der aktuelle Christkindl-Markt schon deshalb nicht, weil dieser Advent so kurz ist und deswegen ein kompletter Sonntag fehlt. Auch war das Wetter nicht immer so, wie es Marktbesucher nun einmal mögen. Die bleiben eher weg, wenn sich alles im Dauerregen abspielt. Vor allem an Wochenenden schlage sich so ein Wetter in den Umsätzen nieder, sagt Hauck. Denn dann werde an den Ständen sonst das meiste Geld verdient. Und zwar, wenn die City-Gäste ihre alltäglichen Einkäufe erledigt und die Muße für den entspannten Bummel durch das weihnachtliche Budenstädtchen haben.

„Ab 18 Uhr drängen die Besucher in die Innenstadt.“ Hauck, der sich regelmäßig im Marktgetümmel umschaut, ist froh, dass die Saarbrücker Mischung bei einer wichtigen Zielgruppe offenbar ankommt: „Ich habe enorm viele Familien gesehen.“ Familien, die auch von der US-Luftwaffenbasis Ramstein kommen. Sogar Gäste aus Belgien und den Niederlanden nutzen Hauck zufolge den Christkindl-Markt für einen Besuch in Saarbrücken. Und erst recht die Luxemburger. Attraktiv genug sei das hiesige Angebot allemal, sagt Hauck. „Wir müssen uns im Vergleich mit anderen Märkten wie dem in Mainz nicht verstecken.“ Der Verkehrsverein stecke ja auch nach jeder Saison viel Arbeit in die Pflege und Lagerung der Marktbuden. Die meisten seien Vereinseigentum. Das gelte nicht für das große Glühweinhaus. Für dessen zweites Stockwerk sieht Hauck gute Gründe. „Von oben bietet sich ein schöner Blick über den Markt“.

Dort seien Gäste außerdem noch näher an den Auftritten des fliegenden Weihnachtsmannes. Überdies könnten Marktbesucher, die schon einen Glühwein bekommen haben, mit einem Abstecher ins Obergeschoss leichter Platz für die Wartenden machen. Sollte die Weinhütte gerade wegen dieses zweiten Stockwerks jemandem nicht gefallen, „dann tut es mir leid“.



Wichtig ist für Hauck, Jahr für Jahr die Attraktivität „hochzuhalten“. Dazu gehören in diesem Winter nicht zuletzt neue Anbieter auf der Fläche vor C&A. Und auf der Bahnhofstraße seien die Hütten und Karussells bis zum 30 Dezember geöffnet. Bald nach der Jahreswende müssen Hauck und sein Team schon an den nächsten Christkindl-Markt denken. Im Februar beginnt die Ausstellersuche in den Medien der Branche. Im Sommer sind die Verträge unter Dach und Fach.

Damit der Bummel zwischen den Buden jedes Mal wieder zu einem ungetrübten Vergnügen wird, ist ein Partner für den Verkehrsverein unentbehrlich: die Stadtreiniger. Hauck: „Der ZKE macht beim Christkindl-Markt einen super Job.“

Alexander Hauck, Marktplaner und Geschäftsführer des Verkehrsvereins Saarbrücken.
Alexander Hauck, Marktplaner und Geschäftsführer des Verkehrsvereins Saarbrücken. FOTO: Iris Maria Maurer