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Kunsthochschule Saar gestaltet Wände und Kästen in Burbach

Ausstellung im Bürgerhaus : Kunstaktion zur Ortsbildverschönerung: Der Burbacher Markt wird bunt

In den Burbacher Stadtteilen sind 22 bunte Kunstwerke auf ehemals grauen Verteilerkästen entstanden. Sie werden am Mittwoch vorgestellt. Um den Burbacher Markt attraktiver zu machen, hat die Bezirksbürgermeisterin viel vor.

Der Burbacher Markt ist wahrlich keine Schönheit. Das Herz von Burbach ist zugestellt mit jeder Menge Autos auf zwei großen Parkflächen. Es gibt viele schmuddelige Ecken und wenig attraktive Einkaufsmöglichkeiten. Das zu ändern, hat sich der Bezirksrat unter Führung von Bezirksbürgermeisterin Isolde Ries (SPD) zum Ziel gesetzt. Viel Geld zur Verschönerung des Platzes ist nicht da – aber Ideen, wie es auch mit wenig finanziellen Mitteln und viel Engagement gehen kann.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Bezirksrat große Hochbeete am Rande der Parkzone aufstellen lassen, die mit Kräutern und Gemüse bepflanzt und von den Anwohnern genutzt werden können. Demnächst kommen vier weitere hinzu, kündigt Ries an. Sie störte sich an den hässlichen, ungepflegt grauen Häuserfassaden und Verteilerkästen. Und weil diese Kästen bereits in der Stadtmitte im Zuge einer Aktion der Saar-Kunsthochschule (HBK) künstlerisch gestaltet worden waren, regte sie an, die Aktion auch in den vier Stadtteilen ihres Bezirkes, vor allem aber rund um den Burbacher Markt, weiterzuführen.

22 Verteilerkästen werden zu Kunstwerken

Und so wurden nun in den vergangenen Wochen 22 Strom- und Verteilerkästen in Burbach, Gersweiler, Altenkessel und Klarenthal von elf Studierenden der Saar-Kunsthochschule bemalt und verschönert. Am Mittwoch, 25. Mai, werden die entstandenen Arbeiten um 17 Uhr im Bürgerhaus am Burbacher Markt im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt.

 Vor der Post am Burbacher Markt zieht nun dieser künstlerisch gestaltete Verteilerkasten die Blicke auf sich.
Vor der Post am Burbacher Markt zieht nun dieser künstlerisch gestaltete Verteilerkasten die Blicke auf sich. Foto: Esther Brenner

Für die Aktion „Bunte Kunst auf grauen Kästen“ hatte der Bezirksrat 3300 Euro bereitgestellt. Weitere 600 Euro legte das Kulturministerium drauf und auch von der Saar-Kunsthochschule gab es für die jungen Künstlerinnen und Künstler eine kleine finanzielle Anerkennung, wie Isolde Ries berichtet.

Gleich ins Auge fällt der große, hellblaue Löwe mit Krone, den David Kaps an die Außenwand des Bistros „Zum Brünnchen“ gleich am Eingang zum Markt gemalt hat. Es ist das größte Graffiti, umfasst nicht nur die Wand, sondern zwei der drei Verteilerkästen davor. „Der dritte gehört der Telekom“, erzählt Isolde Ries verärgert. „Sie hat verboten, dass er angemalt wird.“ Und so stört der graue Verteiler weiter das schöne Bild.

Rund um den Burbacher Markt findet man weitere bunt bemalte Kästen. Die besten zeigen dreidimensionale Graffiti, auf anderen sind Parkszenen mit Menschen zu sehen – oder bunte Luftballons.

„Atmosphäre-Check“ für gute Gestaltungsideen

„Der Burbacher Markt hat Potenzial“, ist die Bezirksbürgermeisterin überzeugt. Und weil Isolde Ries, bis März Landtagsvizepräsidentin und weiterhin gut vernetztes Mitglied im Europäischen Ausschuss der Regionen, weiß, wo man nach EU-Fördermitteln suchen muss, gibt es nun auch welche. Aus dem mit EU-Geldern aufgesetzten Programm „Förderung zur Aufwertung der Ortsbilder saarländischer Kommunen“, das das Saar-Wirtschaftsministerium verantwortet, hat sie einen so genannten „Atmosphäre-Check“ beantragt: In Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale Saar und einer Umweltberaterin soll nun ein Konzept erstellt werden, wie Burbach lebenswerter und schöner gemacht werden kann. Am 30. Mai findet dazu zunächst eine (nicht öffentliche) Ortsbegehung mit einer Expertin statt. „Dabei wird der Stadtteil Burbach intensiv betrachtet und beurteilt werden“, so Ries. In einem zweiten Schritt werde es am 13. Juni einen Workshop im Bürgerhaus geben (17.30 bis 20 Uhr), bei dem Expertinnen und Experten, aber auch Bürgerinnen und Bürger konkrete Ideen und Projekte einbringen können.

30 000 Euro spendiert die Europäische Union für die Beratung. „Die wird aber höchstens 6000 Euro kosten, das restliche Geld können wir dann für die Verschönerungsmaßnahmen einsetzen“, sagt Ries. Am 30. Juni müsse das Konzept jedenfalls stehen, damit die Mittel fließen.

Isolde Ries hat schon ein paar Ideen. „Ein Brunnen, der aus dem Boden sprudelt, so wie auf dem Landwehrplatz, das wäre schön und würde die Aufenthaltsqualität am Burbacher Markt verbessern.“ Mehr Grün soll es geben. Und weniger Parkplätze. Der Umbau im Herzen Burbachs, wo es mit der Burbacher Markthalle endlich auch wieder einen Lebensmittelmarkt gibt (im ehemaligen Edeka), hat also gerade erst angefangen.

Am Mittwoch, 25. Mai, werden die entstandenen Arbeiten als Fotografien um 17 Uhr im Bürgerhaus am Burbacher Markt im Rahmen gezeigt.