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Neuer Netto-Markt in Dudweiler
Kritik an der Verkehrsplanung für den Netto-Markt

Dudweiler. Im Bezirksrat Dudweiler bemängeln die Linken, Anregungen der Bürger aus einer Info-Veranstaltung seien nicht eingearbeitet.

Das Ziel, in Dudweiler den Umzug des Netto-Marktes von der Liesbet-Dill-Straße in einen Neubau in der Beethovenstraße zu realisieren, ist ein kleines Stückchen näher gerückt. Dies ist einem „Verfahrenswechsel“ zu verdanken, der dem Bezirksrat Dudweiler in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt wurde.


Demnach wird das Bebauungsplanverfahren nun als vorhabenbezogener Bebauungsplan fortgeführt, wie Kerstin Hornbostel vom Stadtplanungsamt erklärte. Das ist möglich, weil es sich um ein konkretes Vorhaben handelt: den Bau eines Lebensmittelmarktes und eines Studentenwohnheims auf dem Grundstück Beethovenstraße 53 und 55.

Durch den Wechsel wird der Geltungsbereich so geändert, dass er sich nur noch auf das Grundstück und die Verkehrsfläche erstreckt, in der Anpassungen erfolgen sollen. Der Teilbereich an der Straße An der Mückendell wird in einem eigenständigen Verfahren fortgeführt.

Jörg Sämann, Vorsitzender der SPD-Fraktion, begrüßte die Vorlage und bezeichnete den Verfahrenswechsel als sinnvoll. Lediglich das Verkehrsgutachten sei aus der Sicht seiner Fraktion „zu optimistisch“ ausgefallen. Ob es denn Überlegungen gebe, den Verkehr dort beispielsweise per Kreisel zu regeln, wollte er wissen. Ralf-Peter Fritz, sein CDU-Pendant, erinnerte daran, dass man einen Kreisverkehr ja bereits diskutiert habe und zum Schluss gekommen sei, dass dieser nur schwer zu realisieren wäre.

Da auch seine Fraktion Bedenken wegen des Verkehrsflusses habe, schlug er vor, nach etwa einem Jahr die Lage neu zu bewerten und die Verkehrsführung dann eventuell anzupassen.



„Etwas Wichtiges“ vermisste Gabriele Ungers, Vorsitzende der Linke-Fraktion: Die Anmerkungen der Bürger, die während einer Info-Veranstaltung gemacht wurden, seien nicht eingearbeitet. „Das hat mich doch etwas erstaunt“, so Ungers. Auch sie übte Kritik an Verkehrsplanung und Gutachten, in dem eine Überquerungshilfe wie etwa eine Ampel wegen zu geringer Frequentierung nicht angedacht sei. „Jetzt läuft da ja auch noch niemand, weil auch noch kein Markt da ist“, so die Linken-Sprecherin.

Erneute Kritik an dem kompletten Vorhaben übte Peter Wünsch, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen. Der Markt sei zu groß und würde Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen. Zudem berge der Neubau viele Nachteile für ältere Bürger. Auch zweifelte er stark die Ergebnisse der Gutachten an. Aus seiner Sicht sei es sehr auffällig, dass die Grenzwerte immer nur haarscharf eingehalten würden. Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz grätschte verbal dazwischen und erinnerte daran, dass der bisherige Markt mittlerweile nicht mehr den Größen-Anforderungen von Netto genüge. Wenn man den Neubau blockiere und der Markt komplett abspringe, habe niemand etwas davon. Zudem sei das „wilde Parken“ samstags im Umfeld des Marktes ein echtes Ärgernis.

Kerstin Hornbostel erläuterte, dass man bereits über einen Kreisel nachgedacht und die Möglichkeit zur Errichtung geprüft habe. Er käme jedoch nicht in Frage. Als Querungshilfe sei eine Insel in der Straßenmitte geplant.