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Leserbriefe
Es hilft, Betroffene einzubeziehen Behindertenparkplätze Alle öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt werden stark nachgefragt, auch die Behindertenparkplätze. Als Betroffene mit Behindertenparkausweis, die in Ihrem Artikel zitiert wurde, möchte ich noch in paar wichtige Punkte erwähnen: Die Aussage der Stadt „drei Prozent  Parkplätze für Behinderte sind ausreichend“ entspricht nicht dem tatsächlichen Bedarf. Um die  von der Verwaltung propagierte „Teilhabe am Leben“ für Behinderte umzusetzen, müssten viel mehr Parkplätze in der City ausgewiesen werden, denn ein abseits liegender Platz ist von vielen Betroffenen wegen der Weitläufigkeit zum Zielort nicht zu nutzen. Und Ziel in der Bahnhofstraße und Umgebung ist meist eine Arztpraxis, eine Apotheke, eine Therapiepraxis usw., weitaus weniger Anlass ist ein Bummel in der Bahnhofstraße. Die dortigen Behindertenparkplätze sind in vielen Fällen auch noch von Nichtberechtigten besetzt. Ich kann also nie mit Sicherheit sagen, dass ich einen freien Parkplatz finden werde, und sehr oft bin ich schon unverrichteter Dinge nach Hause gefahren. Etliche Behindertenparkplätze wurden im Zuge einer Straßenneugestaltung entfernt, aber an anderer Stelle keine neuen ausgewiesen; so zum Beispiel allein vier Plätze im Luisenviertel, in der Hohenzollern- und der Neugeländstraße in Alt-Saarbrücken. Nach welchen Kriterien und fachmännischer Beratung die Stadt die „strategisch günstige Verteilung“ der Behindertenparkplätze vornimmt, kann ich nicht nachvollziehen. Es wäre sicherlich hilfreich und zielführend, wenn bei der Erstellung eines Straßenverkehrsplanes und der Verteilung der Parkplätze Betroffene einbezogen würden.  Ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass ich überwiegend freundlichen und sehr hilfsbereiten Menschen begegne, aber es gibt auch nicht wenige Situationen, in denen man beschimpft und verhöhnt wird, z. B. mit Aussagen wie: „Was geht dich an, wo ich parke.“ Oder: „Ihr Behinderten meint, ihr könnt euch alles erlauben“ „Guck doch, wo du einen Parkplatz findest, ich habe hier einen.“ Solche und deftigere Worte oder Gesten sind nicht erfreulich. Das beachtliche Ergebnis der Kontrollen von Falschparkern auf Behindertenparkplätzen und die folgenden Verfahren haben keine Verbesserung der Parksituation für Behinderte gebracht. Theresia Franzen, Saarbrücken

Die Behindertenparkplätze in der Saarbrücker Innenstadt sind umkämpft, auch diese vier an der Trierer Straße. Die Aufnahme zeigt sie allerdings nicht an einem Werktag, sondern an Fronleichnam.
Die Behindertenparkplätze in der Saarbrücker Innenstadt sind umkämpft, auch diese vier an der Trierer Straße. Die Aufnahme zeigt sie allerdings nicht an einem Werktag, sondern an Fronleichnam. FOTO: Nina Drokur
Auch Parkmisere vergrault Kunden Leerstände Die Analyse der Experten zu diesem Problem ist sicherlich in vielen Punkten (Sicherheit und Sauberkeit) zutreffend; ein zentraler Punkt aber wird nur ganz kurz am Ende erwähnt: die Parkmisere. Offensichtlich setzt die Ratsmehrheit nach wie vor auf das Fahrrad als Verkehrsmittel der Zukunft; wenn jedoch (laut Ihrem Artikel) 10 000 Kunden pro Tag vermisst werden – sollen das vielleicht 10 000 Radfahrer ausgleichen? Der ÖPNV ist teuer und unzulänglich. Und woher sollten die Mittel kommen, um die Fehler der Vergangenheit (zum Beispiel die Verträge mit Q-Park, den Umbau des Ludwigsparkstadions usw.) auszugleichen? Es ist ja schön, wenn sich die Stadt um kulturelle Vielfalt bemüht, aber die Regenbogenfahne auf dem Schloss dürfte wenige zahlungskräftige Kunden nach Saarbrücken locken. Und ob sich die zahlreichen Feste wie Altstadtfest etc. letztlich für die Stadtkasse auszahlen, ist fraglich. Eine gewinnorientierte, ideologiefreie Verkehrsplanung muss auch dem offensichtlich unbeliebten Autofahrer (bei vielen Straßenumbauten werden klammheimlich Parkplätze „weggeplant“) Raum lassen – ansonsten reagieren viele Kunden frei nach Böll: Wanderer kommst du nach Saar..., nimm dein Navi und drücke den Punkt „nach Hause“! Elmar Wilhelm, Saarbrücken