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Verwaltung schlägt Vergleich mit Lieferant vor
Kompromiss im Streit ums Kita-Essen

Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass die Kinder ein ordentliches Mittagessen in der Kita bekommen. Doch in Saarbrücken gibt es seit Monaten regelmäßig Beschwerden über einen Essenslieferanten.
Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass die Kinder ein ordentliches Mittagessen in der Kita bekommen. Doch in Saarbrücken gibt es seit Monaten regelmäßig Beschwerden über einen Essenslieferanten. FOTO: dpa / Daniel Naupold
Saarbrücken. Die Stadtverwaltung will im Streit um das Kita-Essen durchgreifen. Der Lieferant, der bisher 16 der insgesamt 21 städtischen Einrichtungen mit Essen versorgte, soll das künftig in fünf Kitas nicht mehr tun. red/sm

Das betrifft die Kindertagesstätten Winterberg, Bruchwiese, Scheidt, Alt-Saarbrücken und Wickersberg. Auf diese Lösung haben sich Verwaltung und Essenslieferant geeinigt. Ein entsprechendes „Vergleichsangebot“ des Lieferanten liege inzwischen schriftlich vor. Stadtpressesprecher Thomas Blug versicherte, dass die Verwaltung für diesen „Vergleich“ kein Geld zahle. Es handele sich um einen Kompromiss, weil die Stadt auf eine außerordentliche Kündigung verzichte. In den fünf ausgewählten Kitas habe es besonders viele Beschwerden gegeben. „Nachdem wir dem Caterer am Freitag, 7. September, eine Abmahnung zugestellt hatten, ist es in der Folge zu weiteren berechtigten Beschwerden gekommen. Mit dem vorgesehenen Vergleich wollen wir daraus nun die Konsequenzen ziehen“, erklärt Dezernent Thomas Brück (Grüne). Das Unternehmen habe nach eigenen Aussagen im Rahmen interner Untersuchungen inzwischen den wahrscheinlichen Verursacher der Mängel ausfindig gemacht. Der Mitarbeiter sei dort nicht mehr tätig. Seit Juni waren in mehreren Kitas, die das Unternehmen beliefert, Fremdkörper gefunden worden.


Stadtpressesprecher Thomas Blug stellte aber klar, dass es jetzt keine weiteren Vorfälle geben dürfe. „Ansonsten behalten wir uns weitere Schritte vor.“ Dezernent Brück sagte, mit dem Kompromiss werde ein Qualitäts-Mittagessen für die Kinder gewährleistet. „Der Vergleich ermöglicht dem Caterer ein wirtschaftliches Fortbestehen. Wir erwarten im Gegenzug, dass künftig keine weiteren nennenswerten Mängel auftreten“, sagte der Dezernent. Der Vertrag mit dem Unternehmen muss jetzt geändert werden, wenn er die fünf Kitas nicht mehr beliefert. Diese Lösung hat die Verwaltung am Donnerstag dem Ausschuss für Schule, Kinder und Jugend vorgeschlagen. Die Grünen-Stadtratsfraktion hatte eine Sondersitzung beantragt, nachdem kürzlich erneut ein Fremdkörper im Essen an einer Kita gefunden wurde. Eine Empfehlung an den Stadtrat, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen, vertagte der Ausschuss nach SZ-Informationen aber auf die nächste reguläre Sitzung in der kommenden Woche.

Der Stadtrat könnte dann die Vertragsänderung am 30. Oktober beschließen. Bis zu einer Neuvergabe der Aufträge sollen die betroffenen fünf Kitas von anderen Essenslieferanten versorgt werden.