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Kommunalwahl 2019: Wahllokal in Saarbrücken überlastet, lange Wartezeit

30 Minuten Wartezeit : Lange Warteschlange in Wahllokal in Saarbrücken-St. Johann – Zusätzliche Kabinen aufgestellt

Die umfangreichen Wahlunterlagen stellen die Mitarbeiter in den Wahlbüros vor logistische Herausforderungen – und die Wähler auf eine Geduldsprobe.

Fünfzehn Minuten anstehen, Wahlschein und Personalausweis vorzeigen, Stimmzettel abholen. Dann zurück in die zweite Warteschlange. Nochmal zehn bis fünfzehn Minuten warten, dann ab in die Wahlkabine. Bis die Kreuze gemacht und die Zettel eingeworfen sind vergehen weitere fünf Minuten. Unterm Strich: eine halbe Stunde Zeit für den Urnengang einplanen.

So stellte sich die Situation am Sonntagmittag gegen 13.30 Uhr im Wahllokal Saarbrücken/St. Johann (Wahlbezirk 1342) dar. In der Gemeinschaftsschule Bruchwiese herrscht großer Andrang. Doch lässt das auf eine höhere Wahlbeteiligung schließen als in den vergangenen Jahren? Elisabeth Ernst, stellvertretender Wahlvorstand in St. Johann, möchte sich darauf nicht festlegen. „Wir haben hier nicht mehr Andrang als sonst auch, aber es dauert länger als gewöhnlich“, sagt sie. Wähler, die erst kurz vor Schließung der Wahllokale um 18 Uhr ihre Stimme abgeben wollen, müssten sich, so Ernst weiter, aber keine Sorgen machen. „Wer vor 18 Uhr im Wahllokal eingetroffen ist, darf auch wählen.“

Schuld an diesem Andrang sei der Umfang der Wahl. Sechs Stimmzettel bekommt jeder Bürger heute in Saarbrücken. Zur Wahl steht der Bezirksrat, der Stadtrat, die Regionalversammlung, der Regionalverbandsdirektor sowie der Oberbürgermeister von Saarbrücken. Und schließlich wird auch für Europa gewählt.

Mit diesem Umfang hat das Wahlbüro zu kämpfen, auch logistisch bei ganz banalen Dingen. So musste Ernst Wahltonnen nachbestellen, um die umfangreichen Stimmzettel ordnungsgemäß verstauen zu können. Außerdem wurden zusätzliche Wahlkabinen aufgestellt, um dem Andrang Herr zu werden. Dennoch verteidigt Ernst die Bündelung der Wahl auf einen Tag. „Für den Steuerzahler ist es günstiger. Wir sparen Geld, weil wir das ganze Drumherum nur einmal organisieren müssen“, sagt Ernst. „Hätte man die Wahlen auf verschiedene Termine gelegt, hätte sich vermutlich Wahlmüdigkeit eingestellt. So könnte es sich sogar positiv auf die Wahlbeteiligung auswirken.“ Sie könne bereits jetzt sagen, dass der Anteil der Briefwähler dieses Mal „sehr hoch“ sei.

Die ersten Prognosen zu den verschiedenen Urnengängen werden für 18 Uhr erwartet. Über den Liveticker halten wir Sie auf dem Laufenden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: In Wahllokal in St. Johann herrscht großer Andrang