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Kommentar zur Frauenbus-Demo in Saarbrücken

Kommentar : Unentschuldbare Entgleisungen gegen unsere Nachbarn

Die Corona-Leugner hetzten in Saarbrücken ungestört gegen eine Stadt in Trauer. Ein Unding.

Groß war die Anteilnahme der Saarländer nach der Amokfahrt in Trier, die fünf Menschenleben forderte und mehr als 20 Verletzte. Umso beschämender, dass ausgerechnet in Saarbrücken die Corona-Leugner der Frauenbus-Tour die Gelegenheit hatten, unwidersprochen und ausgiebig über unsere Nachbarn zu hetzen.

Offenbar schmeckte es den Verantwortlichen nicht, dass sie bei ihrem Besuch in der Moselstadt auf Widerstand trafen. Dem Aufruf zur Gegendemo des Vereins „Für ein buntes Trier“ waren weit mehr Menschen gefolgt, als die Corona-Leugner mobilisieren konnten, darunter Vertreter verschiedener Parteien und des Katholischen Arbeitnehmerbunds. Vor ihren Zuhörern erklärten die Querdenker dieses breite Bündnis einfach komplett zur „Antifa“ und diese wiederum zu „wahren Faschisten“. Mehr noch: Die anwesende Polizei, so klagten die Verschmähten, habe nichts gegen deren angebliche Beleidigungen unternommen und stecke mit ihnen sicher unter einer Decke.

Macht das die Trierer Polizei ebenfalls zu Faschisten? Den Eindruck vermittelten die Querdenker überdeutlich. Diffamierungen, Lügen und Hetze gegen Demonstranten, Einsatzkräfte und die Stadt Trier im Allgemeinen folgten - während sie parallel von Liebe, Frieden und Menschlichkeit säuselten. Eine Farce, die eines beweist: Nicht nur sind den Verantwortlichen die vielen Corona-Toten egal (schließlich gehöre der Tod nun mal zum Leben, bemerkte ein Redner in diesem Zusammenhang lapidar) - sie haben auch keinerlei Respekt vor einer Stadt, die immer noch unter Schock steht.

In Saarbrücken wurden sie dagegen mit offenen Armen empfangen - und schwärmten später davon, wie sehr die tolle Stimmung in unserer Landeshauptstadt sie für die Erfahrungen in Trier entschädigt habe. Etwas, was uns allen zu denken geben sollte.