Kommentar zum Parteitag der Saar-Linken

Kommentar : Was bringt das „System Lutze“ ?

Beim Landesparteitag sah es aus, als ob die Saar-Linken im Chaos versinken würden. Nun hat die stärkste Oppositionspartei im Land nach eineinhalb Jahren wieder einen Vorsitzenden. Der neue Landes-Chef heißt Thomas Lutze.

Der Bundestagsabgeordnete dürfte nach der Titelaffäre um Landes-Vize Andreas Neumann für Ruhe sorgen. Er steht innerparteilich für Kontinuität. Eine gute Nachricht aber ist das nicht.

Lutze selbst sagt, dass er nicht für einen Neuanfang stehe. Er gilt seit Jahren als Strippenzieher innerhalb der Landespartei. Ihn begleiten Vorwürfe der Manipulation und Vetternwirtschaft. Nun rückt das angebliche „System Lutze“ wieder an der Parteispitze. Spalten oder einen – wofür wird es in Zukunft stehen?

Nach all den Peinlichkeiten im Landesvorstand werden die Saar-Linken unter ihm wieder Politik machen. Das Problem ist nur: Im Landtag wird davon nichts ankommen. Fraktions-Chef Oskar Lafontaine bleibt Parteitagen seit Jahren fern. Abgesehen von Barbara Spaniol dürfte von den Parlamentariern niemand Seit an Seit mit Lutze schreiten wollen. Diese innere Zerrissenheit wird den Wählerinnen und Wählern nicht entgehen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung