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Kommentar zu den Corona-Kosten für Saarbrücken

Kommentar : Risikofaktor Bundesregierung

Corona trifft Saarbrücken härter als viele andere Städte. Warum? Erstens: Saarbrücken ist sowieso ziemlich abgebrannt, hat derzeit noch rund eine Milliarde Schulden, war 2019 die Stadt mit der dritthöchsten Prokopfverschuldung der Republik (8806 Euro). Zweitens: Saarbrücken bezahlt Unsummen in den Haushalt des Regionalverbandes (RV), der vor allem dazu dient, einen Großteil der sozialen Probleme des Saarlandes abzufedern – denn rund die Hälfte aller saarländischen Hartz-IV-Empfänger lebt im RV.

Und dafür muss Saarbrücken „dank“ Corona ab 2021 erheblich mehr bezahlen als bisher. Drittens: Eines der drei saarländischen Level-1-Corona-Zentren ist das Klinikum Saarbrücken, eine städtische Beteiligungsgesellschaft mit rund 2000 Arbeitsplätzen. Die stand „dank“ Corona kurz vor ernsten Geldproblemen. Die Stadt musste  helfen, damit die Klinik weiter leisten kann, was die Bundesregierung von ihr will. Und da sind wir beim Hauptrisikofaktor – bei der Bundesregierung.

Ein Nürnberger Krankenhaus hat sich bereits öffentlich heftig darüber beschwert, dass aus Berlin bei Weitem nicht genug Geld komme. Hoffen wir, dass der Rettungsschirm, den sich Oberbürgermeister Uwe Conradt wünscht, tatsächlich aufgeht. Wenn nicht, wäre das für Saarbrücken fatal.