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Kommentar von Jörg Laskowski zum Zuschuss fürs Klinikum Saarbrücken

Kommentar : Wut, Empörung? Fehlanzeige!

So. Jetzt ist es raus: Die Steuerzahler der Stadt müssen ran, wenn es darum geht, das Klinikum auf dem Winterberg mit seinen rund 2000 Arbeitsplätzen durch die Corona-Krise zu bugsieren. Natürlich war das schon 2020 absehbar.

Auch wenn Jens Spahn versprochen hatte, dass dem Klinikum keine Verluste entstehen. Auch wenn sich die Saarbrücker Klinikleitung niemals über die hohe Politik beschwerte – während Krankenhäuser in anderen Bundesländern heftig Alarm schlugen.

Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Wenn wir unsere schöne Klinik behalten wollen, müssen wir blechen. Das ist es uns wert!

Geradezu lächerlich ist es nun aber, wenn die Oberen in Stadt und Klinikum uns in einer Pressemitteilung erzählen, die 6,5 Millionen seien eine „Investition in die Gesundheitsversorgung der Region“. Da denkt doch jeder: Das Klinikum kauft neue Geräte, mit denen es künftig Berge von Geld verdienen wird. Bei „Investition“ denkt doch keiner ans Abzahlen von Jens Spahns Schulden aus dem letzten Jahr.

Erschütternd war auch, dass in der Stadtratssitzung am Dienstag nur ein einziger Stadtverordneter aufstand – Bernd Krämer von der AfD – und dort öffentlich kritisierte, dass Saarbrücken hier einmal mehr vom Bund über den Löffel balbiert wurde. Eigentlich hätten sich doch Stadtverordnete aller Fraktionen darüber empören müssen. Ein Sturm der Entrüstung aus allen politischen Lagern wäre angebracht gewesen. Aber offenbar haben unsere Stadträte das anders empfunden.