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Kommentar von Jörg Laskowski zu Verkauf des Saarbrücker Hauses Berlin

Kommentar : Die Altlasten aus der Größenwahnzeit

Nur Mut! Meine lieben jungen Leute in den Aufsichtsräten der Saarbrücker Beteiligungsggesellschaften. Wenn Sie das Gefühl haben, dass ihre Firma besser laufen könnte, wenn sie ein paar Altlasten abwirft – dann bitte kämpfen Sie für den Abwurf.

Längst nicht alles, was sich die Altvorderen der Saarbrücker Kommunapolitik ausgedacht haben, war genial.
Nein, ganz im Gegenteil. Da gab’s etliche Schnapsideen. Erinnern wir uns: Die Altvorderen hatten die „Siedlung“ finanziell so ausbluten lassen, dass sie ihrem Unternehmenszweck erst wieder gerecht werden konnte, nachdem sie von 2003 bis 2011 rund 1700 Wohnungen aus öffentlichem Eigentum verkauft hatte. Ein anderes Paradebeispiel war 2002 die Idee, die Saarbrücker Kanalisation an eine Firma in den USA zu vermieten und dann zurückzumieten. Zum Glück wurde das 2003 abgeblasen – denn nach der Finanzkrise schossen die Versicherungssummen für solche Geschäfte in astronomische Höhen. Als „Glanzidee“ entpuppte sich auch die 2003 eingeleitete Verlagerung der Müll- und Abwasserentsorgung vom ZKE an die Stadwerke, rückgängig gemacht 2008, Verlust: angeblich „nur“ 17 Millionen. Viel „Lob und Anerkennung“ erntetet die Stadt nach wie vor, weil sie 1998 den Großteil ihrer Parkhäuser und damit die Hoheit über die Parkgebühren aus der Hand gab. Den Verkauf des Kraftwerks Römerbrücke im Jahr 2000 konnte Saarbrücken 2010 wenigstens knapp zur Hälfte wieder rückgängig machen. Und, und, und. Also bei allem Respekt für die Altvoderen: Ihre Irrtümer sollten korrigiert werden.