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Kommentar Impfstart im Saarland: Künftig muss es besser laufen

Kommentar : Künftig muss es besser laufen

Zuerst das Positive: In beeindruckender Weise haben Land, Landkreise und Hilfsorganisationen in kürzester Zeit drei Impfzentren aufgebaut. Sie können nichts dafür, dass es bisher zu wenig Impfstoff gibt.

Ärgerlich ist es trotzdem, weil zu Beginn zu viele Impfwillige frustriert ohne Termin zurückbleiben.

Das wäre vermeidbar gewesen, wenn die Erwartungen von vorneherein gedämpft worden wären. Wenn also der Ministerpräsident oder die Gesundheitsministerin zum Beispiel gesagt hätten: Wir wissen selbst, dass es unbefriedigend ist, aber in den ersten Wochen werden wir wegen des Mangels an Impfstoff höchstens so und so viel Prozent der Menschen in der höchsten Prioritätsstufe impfen können: Wir bitten Sie noch um etwas Geduld.

Hinzu kamen technische Probleme bei der Terminvergabe. Sie sind ärgerlich und müssen schnellstens abgestellt werden. Eine echte Zumutung aber ist es, wenn über 80-Jährige oder ihre jüngeren Angehörigen bei der Termin-Hotline bis zu zwei Stunden in der Warteschleife ausharren müssen und gegenüber Online-Buchungen praktisch chancenlos sind.

Daher muss dem saarländischen Gesundheitsministerium klar sein: Wenn bald zehntausende neue Impftermine verfügbar sind, muss es besser laufen als beim Start. Sonst werden sich viele Ältere sagen: Wenn es so schwierig ist, dann lasse ich es lieber ganz sein. Das wäre fatal.