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Zweifelhafte Flugblätter

Unsere Woche. Sie sind wieder aufgetaucht, jene anonymen Flugblätter, die auch Bilder des Heusweiler Ex-Freibades und des leeren Hallenbades zeigen, dazu die Sätze: "Hier zerstören Politiker Volkseigentum. Kein Geld für Kinder und Bürger. Danke Herr Redelberger - Danke für nichts." Marco Reuther

Sie sind wieder aufgetaucht, jene anonymen Flugblätter, die auch Bilder des Heusweiler Ex-Freibades und des leeren Hallenbades zeigen, dazu die Sätze: "Hier zerstören Politiker Volkseigentum. Kein Geld für Kinder und Bürger. Danke Herr Redelberger - Danke für nichts."


Mal abgesehen davon, dass wir in einer Demokratie leben, in der man unbesorgt seine Meinung äußern darf, statt aus einer zweifelhaften Anonymität heraus zu operieren, so hat der Verfasser der "Flugpost" offenbar einiges falsch verstanden: Erstens wurde das Bad schon vor der Amtszeit von Bürgermeister Thomas Redelberger geschlossen, zweitens hat ein Bürgermeister natürlich - je nach Mehrheit und Auftreten - auch mehr oder minder Einfluss auf den Stadt- oder Gemeinderat, die Entscheidungen trifft aber der Rat. Drittens: Ja, das Bad war "Volkseigentum" gewesen, aber das Geld zu seiner Finanzierung ist genauso "Volkseigentum" - ebenso wie kommunale Schulden. Und solche Pauschalaussagen wie "Kein Geld für Kinder und Bürger" gehen mir schon lange gewaltig auf den Senkel. In Deutschland wird sogar sehr viel Geld für "Kinder und Bürger" ausgegeben, nur wird das nicht mehr wahrgenommen, weil es in Dinge fließt, die es seit Generationen gibt - wie Schulen, Kindergärten, Straßen, Justiz, Kultur, Sport, Kindergeld und etliche Sozialleistungen. Aber selbstverständlich kann, darf und soll man sich politisch und außerpolitisch damit auseinandersetzen, was wofür ausgegeben wird und woher die Mittel kommen sollen. - Nur bitte nicht mit platten, Facebook-mäßig vereinfachenden anonymen Wurfblättern.