Weihnachten : Zum Feste wieder alles gesagt

Na, haben Sie Weihnachten überstanden? Mit vollem Haus? Im Gespräch mit all den Floskeln, die wie Tanne und Tante ritualisiert wiederkehren.

Beispiele gefällig? Da sitzt die Familie beisammen, unter dem „brennenden Weihnachtsbaum“. Also bei uns ist das – Gott bewahre – bis heute nie vorgekommen. Zum einen haben wir ein Immergrün, das vom Boden bis unter die Decke der Wohnstube reicht. Da ist kein Platz, sich mit der buckligen Verwandtschaft drunterzuklemmen. Zum anderen sorgen wir mit Akribie dafür, dass der Christbaum nicht in Flammen aufgeht. Schließlich sollen uns böse Überraschungen erspart bleiben.

Was wir aber bis heute nicht vermeiden können: Die „funkelnden Kinderaugen“ werden alljährlich heraufbeschworen. Wieso funkeln die? Hat ihnen jemand was von Muttis Eierlikör eingeflößt? Oder reagieren sie wie in einem drittklassigen Horrorfilm recht erzürnt auf ein Präsent, das so gar nicht nach ihrem Geschmack ist?

Und dann der Spruch „Wir wollten uns doch nichts schenken.“ Halten Sie sich mal daran. Viel Erfolg beim Versuch, den Familienfrieden anschließend wieder herzustellen. Besonders gern recycelt beim Anblick der Festtafel: „Wer soll das denn alles essen?“ Also, wenn ich mir den übergewichtigen Onkel ansehe, hatte der wohl noch nie ein Problem damit, Nahrungsberge zu vertilgen. Auch an Weihnachten nicht.

Da will man doch eigentlich beim Anblick des Besuches, der eben klingelte, sagen: „Aber was stehst du draußen im Regen? Geh doch wieder nach Hause.“