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Saarlandbuch
Wissen ist Macht, unnützes Wissen ist Supermacht

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das höchste Haus in Saarbrücken ist 36-mal so groß wie Donald Trump, sagt Peter Gitzinger. Er weiß noch viel mehr. Von Martin Rolshausen

Knapp 200 Seiten lesen – und schon werden das Selbstbewusstsein und das Sozialprestige „in unermessliche Höhen katapultiert“. Das verspricht zumindest Peter Gitzinger. Er ist gebürtiger Saarbrücker, musste aber dann – als Kind hat man ja da keine Wahl – mit seinen Eltern erst nach Schmelz und dann nach Lebach. Dort war er nach eigenen Angaben „in folgenden Funktionen tätig: Schüler, Briefmarken- und Streichholzschachtel-Sammler, Mitglied der Schultheatergruppe, Mitglied des Fußballvereins, Mitglied der Rettungswache 33“ als Zivi.


Diese Informationen sind vollkommen unnütz. Also ist es absolut konsequent, dass Peter Gitzinger, der inzwischen als freier Autor in Köln lebt und unter anderem für „switch“, „Anke“, „Mann, Sieber!“ und die „Kölnert Stunksitzung“ schreibt, sie preisgibt. Er ist nämlich der Autor des Katapultier-Buchs. Und das heißt „Unnützes Wissen Saarland“.

711 „erstaunliche Fakten“, wie er sagt, hat Gitzinger zusammengetragen. Fakt Nummer 028 zum Beispiel führt ins Jahr 1928 und informiert darüber, dass ein Exemplar der Saarbrücker Zeitung damals 350 Millionen Mark gekostet hat. In Fakt Nummer 005 wundert sich der Autor zuvor darüber, dass im rumänischen Restaurant „Transilvania“ in Burbach griechischer Salat und serbischer Reis serviert werden.



Außerdem erfahren wir, dass es in Saarbrücken exakt 25 Gullydeckel mit dem eingegossenen Stadtwappen gibt und Friseurläden mit den Namen „Haargenau“, „Haareszeiten“ und „Abschnittsgefährten“. Außerdem informiert uns Gitzinger darüber, dass das Burbacher Eiscafé Favretti die älteste Eisdiele des Saarlandes ist und die Brauerei Bruch das älteste saarländische Unternehmen, das sich ununterbrochen in Familienbesitz befindet. Im FCS-Fanshop gibt es einen Baby-Jogginganzug mit der Aufschrift „Mini Sabrigga“. Und 2014 wurden im Saarbrücker Wirtschaftsgymnasium die Abituraufgaben gestohlen. Wer noch mehr Antworten will auf Fragen, die niemand gestellt hat: Knapp 200 Seiten lesen!

Peter Gitzingers „Unnützes Wissen Saarland“ ist im Emons-Verlag erschienen.