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Kolumne
Wir brauchen mehr Drecksäcke

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Viele verstehen was vom Fußball. Klar. Aber nur wenige können uns das deutsche WM-Schlamassel auch einleuchtend erklären – unser Autor kann es. Von Jörg Wingertszahn

Viele wissen es gar nicht, aber im Nebenberuf bin ich Bundestrainer. Fußball-Bundestrainer. Ja, ich bin einer von den 80 Millionen, die alles kommentieren, was Jogi Löw so tut. Ich mache das ehrenamtlich, ist doch klar. Geld würde ich dafür nie nehmen (würde mir auch keiner bezahlen).


Aber ich stehe dazu. Auch jetzt nach der historischen Pleite von Kasan. Wie alle anderen bin ich sehenden Auges in die Katastrophe geschlittert. Hätte ich Jogi doch nur angerufen nach der Niederlage gegen Österreich oder der mauen Vorstellung gegen die Saudis. Hätte ich ihm doch zugeraten, Leroy Sané mitzunehmen statt Julian Brandt. Der ist ja ganz ok, aber alles in allem zu brav und harmlos. Daran krankt ja die ganze Mannschaft.

Wir brauchen wieder richtige Drecksäcke, nicht diese weichgespülten Millionärsbubis. Paul Breitner hätte vor dem letzten Gruppenspiel jedem Südkoreaner eine Watschn verpasst, so dass die es sich zweimal überlegt hätten, überhaupt aufzulaufen.



Paul Gascoigne hätte aus den Asiaten schon in der ersten Halbzeit Sushi gemacht, in der Pause mit einer Flasche Whisky nachgespült und dann noch zwei Tore geschossen. Aber solche Typen haben wir nicht. Ich würde das ändern. Aber Jogi macht ja weiter.