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Stadtrat Püttlingen
Windkraft ist hinter Püttlingen böse

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ach was ist die Püttlinger Ratsmehrheit so edel: Sie kämpft für unsere Gesundheit, stellt sich sogar wacker gegen die Kommunalaufsicht, die der Stadt die 1000-Euro-Förderung der BI gegen die Windräder am Mathildenschacht untersagen will. Denn, so auch Bürgermeister Speicher, man sehe sich in der Pflicht, Schaden von der Allgemeinheit in Form drohender gesundheitlicher Risiken abzuwenden. Da scheint man bei den Nachbarn in Bous ja ganz schöne Dreckschleuder-Windräder zu planen. Die für Püttlingen vorgesehenen müssen wohl viel besser gewesen sein. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass sich der Püttlinger Stadtrat vor knapp drei Jahren (vergeblich) gegen die Entscheidung des Regionalverbandes stemmte, den Mindestabstand zur Wohnbebauung von 650 auf 800 Meter zu erhöhen? Nur Linke und DKP waren für die Abstandsvergrößerung; auch die CDU-Fraktion, die heute Krokodilstränen weint, war für den kleineren Abstand. Denn die Abstandserweiterung machte es fast unmöglich, Windkraftanlagen auch auf (städtischem) Püttlinger Bann zu bauen. Im Gespräch waren der Dickenberg, auch der Mathildenschacht war nicht ausgeschlossen. Von Marco Reuther

Und warum stemmte sich der Stadtrat nicht auch gegen die Kommunalaufsicht, als es darum ging, eine Windkraft-Stromtrasse zu verhindern? – Eine Weigerung hätte hier teuer werden können (Regressanspruch). Diesmal jedoch kann man ganz kostenlos sagen: „Ach, wir hätten die BI ja gerne unterstützt, aber die böse Kommunalaufsicht lässt uns ja nicht.“ – Das Ganze nennt man dann wohl, das Fähnchen nach dem Wind hängen.