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Wie sie in Saarbrücken ein Stadion bauen, ist ein Alptraum

Trauerspiel um den Ludwigspark : Der Traum von einem schönen Stadion

Der neue Ludwigspark wird schon wieder teurer. Warum überrascht uns das nicht? Weil sie’s halt nicht können, die Stadionbauer in unserer Stadt.

Diese Woche hatte ich einen Traum. Ich träumte davon, wie man im 21. Jahrhundert ein Fußballstadion baut. Also: Das alte Stadion reiße ich ab, komplett. Schaffe so Platz  für einen Neubau aus einem Guss. Den Auftrag vergebe ich an einen Generalunternehmer, der die Arena schlüsselfertig hinstellt. Zum Festpreis. Zum vertraglich vereinbarten Eröffnungstermin. Jede Kostensteigerung geht mit dem Generalunternehmer heim. Für jeden Tag, um den sich die Fertigstellung verzögert, zahlt er eine saftige Konventionalstrafe. Perfekt, so wird’s gemacht, dachte ich. Und schreckte aus dem Schlaf, eingeholt von der Wirklichkeit. Bei uns in Saarbrücken führen die Verantwortlichen vor, wie man es nicht macht. Seit Jahren dilettieren sie vor sich hin. Die Kosten explodieren, von anfangs 16 auf mittlerweile 46,5 Millionen Euro, Ende nach oben offen. Offen wird übrigens auch der neue Ludwigspark sein, wenn er denn jemals fertig werden sollte. Mit offenen Ecken, zugig, ungemütlich, wenn der Wind pfeift. Mit drei neuen  Tribünen und einer alten,  die nicht zusammenpassen.  Stückwerk, Murks. Und das alles für so viel Geld. Kurzum: Wie sie in Saarbrücken ein Stadion bauen, ist ein Alptraum.