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Werbemethoden aus Hänsel und Gretel

SZ-Mitarbeiter Brian Erbe kam über Saarbrückens Spielhallen ins Grübeln. Von Brian Erbe

Als ich die Stadt mit offenen Augen durchwanderte, wäre ich am liebsten erblindet. Schuld daran ist meine Sorge um künftige Generationen. Wenn Städte eine Altersfreigabe brauchten, könnte ich Saarbrücken nur das Prädikat "keine Jugendfreigabe" geben. Zwar existiert kein Las-Vegas-Strip, wo sich Casino an Casino reiht, aber dafür bereitet es mir Schwierigkeiten, eine Straße ohne Spielhallen zu benennen. An deren Schaufenstern feiern lachende Menschen jubelnd ihren Jackpot und locken neue Kunden. Und das in einer Zeit, wo keine Packung Zigaretten ohne Warnung vor einem schmerzhaften Tod auskommt und selbst die Lotterie Kunden durch Bekanntgabe der Gewinnchancen entmutigen muss. Ein "Glücksspiel kann süchtig machen"-Logo könnte Wunder wirken. Momentan jedoch fühle ich mich bei den Werbemethoden der Spielhallen ans Lebkuchenhaus aus Hänsel und Gretel erinnert.