Wenn das Rollo runterfährt

Im Supermarkt hatte SZ-Redakteurin Angelika Fertsch ein Schlüsselerlebnis.

Nur für einen Liter Milch (Frühstückstee ohne geht gar nicht) machte ich mich am Morgen voller Hektik auf zum Supermarkt. Um zehn stand eine Verabredung auf dem Plan. Das Ziel vor Augen, strecke ich meine Hand zur Milchtüte aus - und schwupps, wird die Kühltheke mit einem riesigen Rollo geschlossen. "Kühltheke ist komplett ausgefallen", klebt ein handgeschriebener Zettel dran.

Was sind wir eigentlich für arme Wesen, denke ich. Man stelle sich vor, kein Strom allerorten, der totale Gau. Wahrscheinlich würde die Gesellschaft verhungern, orientierungslos dahin vegetieren. Alle Büros wären lahm gelegt, man käme durch die technikgesteuerte Eingangstüre mancher Unternehmen erst gar nicht an seinen Schreibtisch.

Dann käme der Ansturm auf Petroleumlampen. Oder man müsste im Keller nach der Campingausrüstung kramen und die Leuchten reaktivieren. Strom aus der Steckdose, Bügeln, Kochen, vergiss es. Computer - nur mit schwarzem Bildschirm. Auch Telefon, Drucker und Faxgeräte , ein einziger Ausfall. Man müsste es mal wieder mit Schreiben versuchen. Geschäftspost tagelang auf dem Transportweg, o weh.

Ohne Eisschrank (siehe oben Kühltruhe) keine Vorratshaltung. Hat jemand eigentlich schon mal gemerkt, welches Damoklesschwert da über uns schwebt?

Ich will gar nicht darüber nachdenken. Schnell den Computer aus, vorher diese Schreckensglosse abspeichern. Und dann nix wie raus aus dem Büro.