Wenn Bürger sich zusammenschließen

Wenn Bürger sich zusammenschließen

Das bemerkenswerteste Ereignis dieser Woche war sicherlich die Sitzung des Kleinblittersdorfer Gemeinderates. Der hat in der Sporthalle getagt, damit alle Platz fanden, die sich davon überzeugen wollten, dass der Rat mehrheitlich seine Meinung ändert. Das hat er getan: Nach einem Ja kam jetzt ein Nein zu den Plänen, am Rande der Kommune ein Bordell zu betreiben.

Bei Einzelnen war es wohl Einsicht, bei anderen Druck, der sie die Meinung ändern ließ. Der kam von einer Bürgerinitiative, die zu dem seltenen Mittel eines Einwohnerantrags griff, damit das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt wurde. So haben wir in Kleinblittersdorf in dieser Woche etwas über Wankelmut (der Kommunalpolitiker) und über Entschlossenheit (etlicher Bürger) gelernt. Das "Wir sind Kleinblittersdorf" hat gewirkt, wenngleich es wahrscheinlich nur zu einem vorläufiger Sieg gereicht hat. Selbst wenn der Regionalverband sich erwartungsgemäß auch gegen ein Bordell ausspricht, geht es wohl in die nächste Runde. Der potenzielle Betreiber des Bordells will auf dem Klageweg ans Ziel. Die Initiative setzt auf ein Gesetz, das ein Bordell in einer Kommune mit weniger als 35 000 Einwohnern nicht zulässt. Der Kampf geht weiter, die nächste Runde ist eingeläutet.

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